Apropos GedankenZeit

Bodyshaming Adieu: Neujahrsgedanken von einem Luxusgirl

Credits: PlusPerfekt & Dunja Wermter

Das neue Jahr ist eingeläutet und damit geht es auch in Sachen Plus Size in eine neue Runde. Hat sich in den letzten Jahren bereits einiges getan, was die Akzeptanz von kurvigen Frauen und XL Größen betrifft, so gibt es noch immer viel Veränderungsbedarf. Viele Labels produzieren nach wie vor ihre gängigen Größen, Plus Size Shops sind immer noch rar gesät und keiner denkt daran, Eisdielenstühle zu konstruieren, in denen auch ein wohl proportionierter fülliger Hintern seinen Platz findet. Ein kleiner Schritt ist gemacht – Plus Size findet in den Medien Einzug und es gibt sogar in Paris parallel zu der Fashion Week die „Pulp Fashion Show“, in der uns Curvy Models die neusten Modetrends präsentieren. Nicht zu vergessen: Die Wirtschaft hat Plus Size für sich entdeckt und einige neue Labels konnten sich auf dem Markt positionieren. Nichtsdestotrotz ist noch viel Luft nach oben.

Ein Thema, auf das ich im Plus Size Bereich immer wieder treffe, ist Bodyshaming. Es ist für viele Curvy Ladys (und Gentlemen) eben doch nicht so einfach, zu ihren bzw. seinen Rundungen zu stehen. Viele sind zutiefst verunsichert – und das ist kein Wunder! Für unsere Gesellschaft war XL jahrelang ein Tabu, was man bestenfalls wie ein Stiefkind, das man nicht mag, behandelt hat. Und genauso fühlt es sich auch an. Aber woher kommt eigentlich das subjektive Gefühl, sich für seinen Körper zu schämen und ihn in manchen Situationen am liebsten abstreifen zu wollen, wie ein nasser Tankini?

Viele Menschen kennen das. Derbe Sprüche von Mitschülern und Mitschülerinnen über das Gewicht, aber auch verletzende Anmerkungen von Eltern oder Geschwistern. Mit diesen Negativbotschaften können sich Ablehnung und eine Infragestellung der eigenen Person einstellen. Tief im Inneren fühlen wir uns nicht richtig angenommen und wertgeschätzt. Es können sich Glaubenssätze bilden, die uns im Leben begleiten: „Ich bin nicht okay, so wie ich bin“ oder „Mit mir stimmt etwas nicht“. Auch wenn uns später der Partner Komplimente für unser Äußeres macht, fällt es uns schwer, diese anzunehmen. Dieses Gefühl nicht in Ordnung zu sein und nicht in diese Welt zu passen hat sich häufig in uns eingebrannt. Es kann uns blockieren und uns die Lust und Freude am Leben nehmen. Eine Portion Selbstakzeptanz kann an dieser Stelle wahre Wunder bewirken.

Neulich auf der Party eines Freundes kam ich mit einer Frau in Kontakt, die gerade dabei war, sich einige wenige Häppchen auf dem großen, weißen Teller zu drapieren. Sie schaute verlegen an mir runter und sagte mit piepsiger Stimme „Essen ist purer Luxus. Meinst du nicht auch?“ Etwas verwirrt guckte ich sie an, biss von meinem zuckersüßen rosafarbenen Donut ab und entgegnete ihr lachend „Dann bin ich wohl ein Luxusgirl“. Gut gelaunt mischte ich mich wieder unter die anderen Partygäste und ließ die Dame alleine am Buffet zurück.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein glückliches und aufregendes Jahr 2018.

Eure Dunja

 

Über die Autorin

Dunja Katharina Wermter ist Diplom-Pädagogin. Sie ist 44 Jahre alt und lebt in Bielefeld. Dunja arbeitet freiberuflich als Supervisorin und in der Bildung. Sie liebt das Reisen, Wellness, Lesen und Mode.

Ab Frühjahr wird es die ersten „Feel good“ Workshops zum Thema Selbstliebe und Selbstakzeptanz von ihr geben.

 

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