Haarausfall: Fast jede vierte Frau ist davon betroffen

Das Geschäft mit schönen Haaren: Über Pfusch und Betrug bei Hilfe gegen Haarausfall

Was tun, wenn die Haare immer weniger werden? Immerhin jede vierte Frau und ein Großteil aller Männer leiden im Laufe ihres Lebens unter Haarausfall. Gerade dann, wenn er schon in jungen Jahren beginnt, stellt er für viele Betroffene eine große Belastung dar. Ein hoch emotionales Thema, geht es doch nicht “nur” um Haare, sondern um ein gesellschaftliches Tabuthema.

Gesundes Haar, eine schöne Frisur – alles Attribute über die wir uns definieren. Zeigt gepflegtes Haar doch, dass wir uns um unser Aussehen kümmern. Haarverlust kann unsere Optik massiv verändern und damit verlieren gerade Frauen oft an Sicherheit und Selbstvertrauen, erklärt Susanne Will, Leiterin Haarpflegeentwicklung Europa bei Procter & Gamble im Interview mit RND, RedaktionsNetzwerkDeutschland.

Pfusch und Betrug statt heiler Welt

Eine Haartransplantation scheint für viele Betroffene die Lösung. Doch die ist nicht nur teuer, sie kann auch schiefgehen! Für die MDR-Reihe “exactly” trifft Reporter Jonas Juckeland Betroffene. “Pfusch und Betrug: Das Geschäft mit schönen Haaren” lautet der Titel seiner Reportage, die in der ARD-Mediathek sowie auf  dem Youtube-Channel “MDR Investigativ” zu sehen ist. Für den MDR-Reporter ist das Thema auch eine ganz persönliche Spurensuche mit der Frage: “Warum sind uns unsere Haare so wichtig und welche Lösung finde ich für mich selbst?”

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Medikamente mit Nebenwirkungen

Jacob M. fielen schon im Alter von 18 Jahren die Haare aus. Sprüche wie „Es sind doch bloß Haare, rasier’ sie dir doch einfach ab, du siehst ja aus, wie ein Opa!” haben ihn oft verletzt. Heute ist Jacob fast ein Experte auf diesem Gebiet. Auf seinem YouTube-Channel spricht und informiert er offen über Haarausfall, ein gesellschaftliches Tabuthema. Lange Zeit hatte Jacob nach einer Lösung gegen Haarausfall gesucht. Für ihn eine emotional belastende Zeit. Er versuchte es beispielsweise mit Medikamenten mit dem Wirkstoff Finasterid. Das stoppt bei ihm den Haarausfall, ist aber mit Nebenwirkungen wie erektile Dysfunktion verbunden.

Dr. med. Abdou Zarzour, Dermatologe aus Halle (Saale) steht solchen Wirkstoffen wie Finasterid kritisch gegenüber. Laut eigenen Aussagen hat er bereits 10.000 Patient|innen behandelt und gibt zu Bedenken, dass Medikamente, Shampoos oder Kosmetika nicht wahllos gegen Haarausfall eingesetzt werden sollten.

Haarausfall, ein Tabuthema, das Jonas Juckeland genauer beleuchtet
Betrogen und entstellt – Haartransplantation, ein lukratives Geschäftsmodell, das für Betroffene nicht immer gut ausgeht | © MDR Mia Media Jonas Juckeland

Haartransplantation das Mittel der Wahl?

Lichte Haare sind bei Männern oft erblich bedingt. Immer mehr von ihnen wollen ihren Haarausfall mit einer Haartransplantation kaschieren. Wie eine solche Operation abläuft zeigt Haarchirurg Reza Azar in der Reportage. Viele Stunden dauert eine solche Haartransplantation und sie kostet einiges. Das macht sie zu einem lukrativen Geschäftsmodell und für Betroffene oftmals zu einer unangenehmen Angelegeneheit. Denn dass das nicht immer so läuft, wie man es erwartet, zeigen Fotos von Personen, bei denen die Haartransplantation schiefgegangen ist. Rechtsanwalt Christoph Bomke hat über 800 davon betroffene Klienten. Für die MDR-Reihe „exactly” berichtet zudem ein Geschädigter, wie er „abgezockt und verunstaltet” wurde.

tb
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