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Gesichter – ein Motiv zwischen Figur, Porträt und Maske

Bis 21. Juni 2015 zeigt das Neue Museum in Nürnberg die Ausstellung „Gesichter“.

Gesichter ziehen in den Bann. Sie sind das Merkmal nicht nur von Personen, sondern schlechthin vom Menschen selbst. Wenige Elemente ergeben schon das Schema, das die menschliche Figur unweigerlich wach ruft und so Geborgenheit vermitteln, Witz erzeugen oder auch Schrecken einjagen kann.

Das Motiv des Gesichts war in der Kunst als Träger subjektiver Inhalte allerdings nicht immer unumstritten. In der Geschichte der Kunst ist es zwar eng mit der traditionsreichen Gattung des Porträts verbunden, doch gerade im 20. Jahrhundert wurden abstrakte Strategien in der Bildniskunst gesucht. In den Kunstbegriffen der sechziger und siebziger Jahre wurde die Darstellung der menschlichen Figur zudem als zu anekdotisch oder narrativ sogar gemieden und abgelehnt.

Heutzutage treten verschiedenste Motive und damit auch das Gesicht wieder vielfältig in Erscheinung, sei es im Videobild, in der Fotografie, als Skulptur, als Zeichnung, in der Malerei oder in Installationen. Das „Gesicht“ hat Konjunktur, dies zeigen allein die aktuellen Kulturtechniken: der Gesichtsscan, Facebook, das Facial Action Coding System (FACS) als Instrumentarium der Psychologie zur Kodierung von Gesichtsausdrücken, der Begriff der fazialen Wende in den Kommunikationswissenschaften, die „Gesichtskennung“ als Zugangscode für das Smart-TV, die Gesichtserkennung in den digitalen Bildprogrammen oder die Lust am Selfie.

Die beteiligten Künstler:
Bas Jan Ader, Candice Breitz, Marlene Dumas, Günther Förg, Keith Keith
Haring, Roni Horn, Alexej von Jawlensky, Franz Xaver Messerschmidt, Bruce Nauman, Julian Opie, Tony Oursler, Arnulf Rainer, Thomas Ruff, Eva-Maria Schön, Thomas Schütte, Cindy Sherman, Wiebke Siem, Heidi Sill, Sam Taylor-Johnson, Rosemarie Trockel, Andy Warhol und Gillian Wearing

Weitere Infos zur Ausstellung und den Öffnungszeiten findet ihr hier.

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