Banksys "Balloon Girl" auf dem Etikett des Love & Hope Rosé vom rheinhessischen VDP.Weingut St. Antony

Banksy, Love & Hope: Wieso der Streetart-Künstler mit einem Rosé Wein ein Statement setzt

Der britische Streetart-Künstler Banksy ist der vermutlich bekannteste Künstler, dem es gelingt, seine wahre Identität geheim zu halten. Nicht nur Kunstliebhaber warten gespannt auf seine neuen Statements, stets eingebunden in tiefsinnige Aktionen und kreative Werke.

Banksys Werk „Girl with Ballon“ zeigt ein Mädchen mit ausgestrecktem Arm und einen roten, herzförmigen Ballon, der vom Wind weggetragen wird. Das Motiv ist spätestens seit Oktober 2018 weltbekannt, als es sich im Auktionshaus Sotheby’s unmittelbar nach dem Verkauf vor den Augen der Auktionsteilnehmer selbst zerstörte. Im Rahmen des Gemäldes befand sich ein Schredder, der es bis zur Hälfte zerschnitt und damit quasi ein neues Kunstwerk schuf. Es trägt den Namen „Love is in the Bin“ (übersetzt: Die Liebe ist im Eimer) und ist eines der am meisten diskutierten Kunstwerke des letzten Jahrzehnts. Seit März 2019 ist das Bild als Dauerleihgabe in der Staatsgalerie Stuttgartzu sehen.

Streetart-Künstler & Weinkenner

Dirk Würtz, geschäftsführender Gesellschafter VDP.Weingut St. Antony
Dirk Würtz, geschäftsführender Gesellschafter, VDP.Weingut St. Antony

Seit kurzem gibt es mit Love & Hope Rosé einen Bio-Wein, dessen Etikett nicht nur Banksys berühmtes „Balloon Girl“ ziert, sondern dessen Bouquet auch Rückschlüsse auf die kulinarischen Präferenzen des Gourmets Banksy ziehen lässt.

„Der Wein soll als positives Statement in der aktuellen Situation verstanden werden, denn was könnte jetzt wichtiger sein, als Liebe und Hoffnung“, weiß Dirk Würtz, er ist geschäftsführender Gesellschafter des reinhessischen VDP.Weinguts St. Antony.

Herr Würtz, wie kam es zur Zusammenarbeit mit Banksy?

Dirk Würtz: Banksy war auf der Suche nach dem passenden Partner für sein/ihr Weinprojekt. Ein gemeinsamer Bekannter hat uns zusammengeführt. Er/sie war von unseren Weinen begeistert und wir haben dann gemeinsam den Love & Hope Rosé entwickelt.

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Was stand zuerst fest, der Wein oder das Motiv für das Etikett?

Dirk Würtz: Die Aufgabenverteilung ist klar. Wir machen Wein. Banksy macht Kunst. Er/sie war in den gesamten Prozess involviert. Sogar in die Farbwahl. Das Motiv für das Etikett stand von Beginn an fest – Banksy hatte genaue Vorstellungen davon, an welche Stelle welche künstlerischen Elemente kommen sollten. Hinsichtlich des Weins haben wir gemeinsam eine Stilrichtung festgemacht. Der Love & Hope Rosé ist Lebensfreude pur. Pinot Noir und Blaufränkisch aus dem roten Hang. Saftig, erfrischend, animierend. Und natürlich Bio.

Weshalb ein Rosé?

Dirk Würtz: Die Initiative kam von Banksy. Er/sie liebt Rosé Wein.

Der Love & Hope Rosé ist das zweite Weinprojekt mit dem Balloon Girl. Im letzten Jahr wurde in Norwegen ein sizilianischer Rotwein aus dem Hause Tenute Orestiadi vorgestellt. Banksy soll jedoch bestätigt haben, dass Ihr Wein sein persönlicher Favorit sei. Sagt er warum?

Dirk Würtz: Für Banksy ist der Wein insbesondere für die Ladies, für die Prinzessinnen und Königinnen da draußen. Und für ihn/sie selbst.

Haben Sie schon mal drüber nachgedacht der Käuferin von „Love is in the Bin“ eine Kiste des Weins zu schicken, quasi als Trostpflaster für das zerstörte Gemälde?

Dirk Würtz: Nein, aber die Idee gefällt mir.

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Das Gemälde „Love is in the Bin“ hängt in der Staatsgalerie Stuttgart. Wir möchten ja nicht marketingtechnisch vorgreifen, könnten uns aber sehr gut vorstellen, dass der Wein im Ausgangsbereich durchaus viele Käufer finden könnte. Was halten Sie von der Idee?

Dirk Würtz: Das klingt super. Wollen Sie bei uns nicht vielleicht im Vertrieb anfangen? (lacht)

Die Messlatte liegt nun hoch. Haben Sie für die Zukunft weitere vergleichbare Projekte geplant?

Dirk Würtz: Das Projekt war für uns natürlich etwas ganz Besonderes. Aber die Ideen gehen uns nicht aus. Wir arbeiten gerade an einem Projekt mit einer internationalen Musiklegende. Mehr kann ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten. So viel steht fest: Langweilig wird es bei St. Antony nie!

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