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Ecofair zertifizierte Kleidung bei Discountern – Fluch oder Segen?

Credits: fairtragen

Bei Aldi, Lidl & Co. sieht man immer häufiger Kleidung mit Textil-Siegeln. Teilweise erfüllt sie anspruchsvolle Standards, wie zum Beispiel die des GOTS. Doch günstige Preise wecken bei kritischen Verbrauchern Skepsis. Und wie war das nochmal mit der Nachhaltigkeit?

Pro & Contra

Ecofaire Mode soll selbstverständlich werden, das ist das Ziel des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (IVN) und seiner Mitglieder. Jedes entsprechend zertifizierte Kleidungsstück, das ein konventionell produziertes Pendant ersetzt, ist für sie ein Schritt in die richtige Richtung. Ecofaire Kleidung beim Discounter könne sich beinahe jeder leisten, so dass sie kein Privileg für Besserverdiener bleibt. Außerdem verfügen Discounter aufgrund ihres Warenvolumens über große Hebel, mit denen sie Produktionsstrukturen verändern und mit ihrer Nachfrage Entwicklungen in die eine oder andere Richtung forcieren können.

Kann Ecofair billig?

Dem Kunden wird aber auch signalisiert, dass Ecofair billig sein kann. Das wäre ein falsches Signal, so der IVN. Nachhaltige Mode ist in der Herstellung mit höheren Kosten verbunden, weil sie eben nicht zu Lasten der mit ihr beschäftigten Menschen und der Umwelt gehe. Diese Wertigkeit würden Discounter nicht an ihre Kunden vermitteln. Auch die von hoher Marktmacht geprägte Einkaufs- und Preispolitik bliebe problematisch. Die großen Ketten können aufgrund ihrer Ordermengen günstigste Preise bei Produzenten verhandeln, problemlos Waren quer subventionieren, Margen klein halten und dennoch Geld verdienen.

Discount-Ware bleibt Massenware

Preis- und Qualitäts- beziehungsweise Nachhaltigkeitsführerschaft sind nicht gleichzeitig vereinbar, so der IVN. Oftmals seien es die kleinen Marken und Fachhandelsunternehmen, die ecofaire Mode mit hoher Konsequenz leben und umsetzen. Sie richten ihr gesamtes Sortiment ganzjährig entsprechend aus. Sie prüfen immer wieder Details, betrachten die Ökobilanz des Materials, die Arbeitsbedingungen in den Betrieben und achten auf möglichst kurze Transportwege. Die Produkte werden emotional präsentiert und von gehaltvoller Beratung begleitet. So würde – laut IVN – der wahre Wert ecofairer Mode an die Frau und an den Mann gebracht. Getreu dem Motto von Designerin Vivienne Westwood:

„Buy less, choose well, make it last.“

 

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