Ein Curvy-Model auf dem Runway für Etro | Fashion Week Mailand | Credit: PR Etro

Fashion Week Mailand: Kurvige Topmodels liefen in den Shows der italienischen Modedesigner

Es scheint das Ereignis der Mailänder Modenschauen zu sein. Verschiedene italienische Modedesigner haben kurvige Topmodels in ihrer Schau laufen lassen. Sie sehen alle sehr gut aus und sind bereits international berühmt: Es handelt sich um Ashley Graham, Paloma Elsesser, Jill Kortleve und Precious Lee.

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Gelungene Strategie

Vielleicht möchten die Designer, dass man mehr über ihre Kollektion spricht. Auf jeden Fall ist es eine gelungene Strategie, um unterschiedlichen Frauentypen und Körperformen entgegenzukommen. Eine wirklich gute Entscheidung. Nach Jahrzehnten sehr dünner Models, gerade auf den italienischen Laufstegen, kehrt man nun zu mehr femininer Weiblichkeit zurück. So, wie sie auch im wirklichen Leben erscheint. Ob das wohl eine Auswirkung der Corona-Virus-Zeit ist?

Topmodels in den 1990er Jahren

Ich erinnere mich noch an die Topmodels der Neunziger Jahre: Linda Evangelista, Cindy Crawford, Claudia Schiffer, Christy Turlington, Helena Christensen, Eva Herzigova und Naomi Campbell. Sie alle hatten weibliche Formen und Charisma, brachten die Designermode wirklich zur Geltung. Allerdings sprach man, in einigen Fällen, mehr von ihnen, als von der Mode selbst. Dann änderte sich das Szenarium und jahrelang ging der Trend mehr zu einem androgynen sehr dünnem Frauentyp. Seit einigen Saisons sehen wir auf den Modenschauen internationaler Modemetropolen, dass unterschiedliche Frauentypen eingesetzt werden, wie die kurvigen Models.

Curvy Models bei Fendi, Versace & Co.

Jetzt hat auch Mailand diesen „Trend“ erkannt und direkt umgesetzt. In den Defilés von Dolce&Gabbana, Etro, Fendi, Ferragamo und Versace sehen wir Mode und Models für etwas rundere Formen. Es ist ein wunderbares Statement zur Inklusion, um die Mode auch einer breiteren Masse näher zu bringen. Schließlich wächst der Bereich Curvy Mode weltweit. Die Hälfte der Italienerinnen trägt Konfektionsgröße 40/42 aufwärts, um nur ein Beispiel zu nennen. Viele Frauen, die keine Standardgröße tragen, wie 46/48 oder größer, sind bereit mehr Geld für Fashion auszugeben, wenn sie denn Kleidung finden, die ihnen steht und in der sie sich wohl fühlen.

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Ich hoffe, es ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn ich finde, dass Mode für eine Vielfalt an Größen und Passformen entwickelt werden muss. Auf jeden Fall stellt es einen positiven Anfang für eine weitere Entwicklung dar. Ein großes Lob an die Modedesigner, weiter so!

Über die Autorin

Barbara Christmann
Credit: Barbara Christmann

Barbara Christmann ist in Deutschland aufgewachsen, mit einem deutschen Vater und einer italienischen Mutter. Mit zwei Sprachen, zwei Kulturen und Lebensweisen, entscheidet sie sich nach Italien zu gehen, um ihrer Leidenschaft zu folgen und Modedesign zu studieren. Sie bleibt in Mailand, arbeitet einige Jahre als Modedesignerin und im Anschluss viele Jahre als Modekorrespondentin für deutsche Modemagazine.

Da sie selbst curvy ist und das Thema sehr stiefmütterlich behandelt wird, widmet sie sich der Curvy Mode. 2012 startet sie ihr Blogazine Beautifulcurvy mit Mode-und Lifestyle-News, die bis dato kaum Beachtung fanden. Ihre Erfahrungen im Modebereich lassen sie noch im selben Jahr den Beautiful Curvy Kalender zu produzieren, der im Laufe der Jahre weit über die Landesgrenzen bekannt geworden ist. Barbara ist europaweit unterwegs, besucht Events und Messen, um ihre Leser und Follower darüber zu informieren, was in der Curvy Branche passiert. Sie arbeitet zudem als Personal Shopper und kennt sich in Italien bestens aus was Mode, Beauty, Food und Design betrifft.

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