GedankenZeit

Gesund entspannen: Meditieren lernen mit Hannah Frey

Oftmals springen unsere Gedanken im Alltag von einem Thema zum nächsten. Ständig schwirrt Alltagsstress durch unseren Kopf. Das Gedankenkarussell und unser Kopfkino abzuschalten ist meist nicht einfach. Wir fühlen uns gestresst und unter Druck gesetzt.

Die Ruhe in unserem Inneren fehlt. Zwar versuchen wir, auf dem Sofa vor dem Fernseher zur Ruhe zu kommen und uns zu entspannen, aber oft funktioniert das nicht. Dieses ständige Gedankenchaos raubt uns viel Energie. Und wer mehr Energie verbraucht, als er auftankt, wird immer schlapper und bekommt im schlimmsten Fall einen Burnout. Doch mit etwas Übung kann jeder lernen mit Meditation gedanklich loszulassen und zu entspannen. Und das ganz ohne das klischeehafte „Ommmm“ im Schneidersitz. Nachfolgend findest du meine Tipps für einen leichten und entspannten Einstieg in die Meditation.

Ist Meditation nicht nur etwas Esoteriker und Spirituelle?
Um die Frage zu beantworten: Nein, Meditation ist kein esoterischer Blödsinn. Zugegeben, bevor ich mich mit Meditation beschäftigt und angefangen habe, selbst zu meditieren, hatte ich genau dieses Bild vor Augen.

Die gesundheitlichen Vorteile
Seit Anfang der 90er Jahre wird Meditation intensiv erforscht. Mittlerweile wurde bewiesen, dass regelmäßiges meditieren sich positiv auf die Gesundheit auswirkt.

  • Durch regelmäßige Meditationen kannst du entspannter werden. Mit etwas
    Übung wirst du dich viel schneller und einfacher entspannen können. Auch
    in Situationen, die dich bisher vielleicht gestresst haben. Dein Stress
    wird gemindert.
  • Durch regelmäßige Meditationen verbessern sich deine Aufmerksamkeit
    und Konzentrationsfähigkeit. Du kannst besser lernen, bist produktiver
    und leistungsfähiger.
  • Wenn du lernst, zu meditieren, lernst du dich selbst immer besser
    kennen. Du wirst bemerken, dass du dich von Zeit zu Zeit immer besser
    selbst annehmen kannst.
  • Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Schmerzen durch Meditation
    reduziert werden. Die Beforschten hatten am Ende einer Studie einen
    wesentlich geringeren Bedarf an Medikamenten.
  • Eventuelle Schlafprobleme werden gemindert.
  • Depressionen werden ebenfalls gemindert …

Meditieren lernen in 5 Schritten
Du denkst jetzt vielleicht: Alles schön und gut, aber wie fange ich überhaupt an? Wie funktioniert meditieren eigentlich? Das erkläre ich dir jetzt.

1. Der Ort
Suche dir einen ruhigen Ort. Schalte alle potenziellen Störfaktoren aus (Festnetztelefon, Handy, Fernseher, Türklingel …), damit du nicht gestört wirst.

2. Die Körperhaltung
Keine Angst, du musst nicht im Lotus-Sitz meditieren. Nimm dir einen Stuhl, einen Sessel oder ein (Meditations-) Kissen. Setze dich hin. Achte auf bequeme Kleidung. Nichts soll zwicken. Setz dich bitte möglichst gerade hin. Richte deine Wirbelsäule auf. Stell dir vor, dass an deiner Kopfspitze eine Schnur befestigt ist, die dich hochzieht. Lege deine Hände in deinen Schoß oder auf deine Knie. Schließe die Augen und finde eine möglichst bequeme Position.

3. Die Zeit
Nimm dir einen Wecker oder aber dein Handy (es gibt verschiedene Meditationsapps …) und stelle den Wecker auf 10 Minuten ein. Für den Anfang ist das völlig ausreichend. Später kannst dich natürlich steigern / die Meditationszeit verlängern.

4. Der Atem
Es gibt verschiedene Meditationsarten, wie z. B. die Atemmeditation, die Gehmeditation oder die Achtsamkeitsmeditation. Als Einstieg in die Meditation hat sich die Atemmeditation bewährt. Beobachte dabei deinen eigenen Atem. Um dich zu entspannen, atme fünf Mal tief ein und wieder aus. Beobachte deinen Atem. Sonst ist nichts zu tun. Wenn deine Gedanken abdriften, dann kehre immer wieder zu deinem Atem zurück und beobachte ihn. Am Anfang werden deine Gedanken vermutlich häufiger hin und her springen oder dir wird evtl. sogar langweilig. Das ist ganz normal. Kehre immer wieder zu deinem Atem zurück. Für zehn Minuten. Bis der Wecker klingelt. Ganz egal, was dir durch den Kopf geht. Betrachte deine Gedanken wie einen Radiosender, der läuft, während du etwas anderes tust. Das Radio läuft, aber du lässt dich davon nicht ablenken. Du bleibst bei der Sache und konzentrierst dich auf deinen Atem. Zehn Minuten lang, bis der Wecker klingelt.

5. Die Gedanken
Zu Beginn deiner Meditationspraxis wirst du häufig mit dem sogenannten „monkey mind“ zu kämpfen haben: während du versuchst, deinen Kopf frei von Gedanken zu bekommen, springst du immer wieder von Gedanke zu Gedanke. Mit der Zeit wird es dir jedoch gelingen, ein klareres Denken zu erlangen. Das Chaos im Kopf zu beseitigen. Wenn du etwas länger meditierst, wirst du erkennen, dass du deine Gedanken einfach nur beobachten kannst, ganz ohne sie zu bewerten. Du lernst dich besser zu konzentrieren und lässt dich weniger ablenken. Es fällt dir dann auch im Alltag leichter, nicht mit den Gedanken zu rotieren, sondern sie gezielt zu steuern und dich auf deine Aufgaben zu konzentrieren.

Et voilá! Das ist schon alles.
Meditation ist wirklich nicht kompliziert. Die einzige Herausforderung daran ist, sich hinzusetzen und die Zeit dafür zu nehmen.

Tipps für deine Meditationspraxis
– Meditiere regelmäßig, am besten täglich.
– Wenn es möglich ist, meditiere zur selben Zeit am selben Ort. Du gewöhnst dich an diese Zeit und es wird selbstverständlich, zu meditieren.
– Auch wenn es dir vielleicht schwer fällt, halte die zehn Minuten am Anfang durch.
– Versuche, die Ruhe aus der Meditation immer mehr auf dein Leben zu übertragen. Vielleicht passiert das aber auch ganz automatisch.

Was machst du jetzt, nachdem du all diese Dinge weißt? Meditation wird dir nur dann etwas bringen, wenn du sie praktizierst. Das Lesen oder Nachdenken über Meditation nutzt dir nichts. Nimm dir zehn Minuten Zeit und fang an.
Am besten jetzt!

Hannah Frey – Bild: Becker PR

Zur Autorin:
Hannah Frey ist selbstständige Gesundheitswissenschaftlerin. Sie lebt und arbeitet in Hamburg. Als Expertin für Gesundheitsförderung ist sie im betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Zudem als Autorin (z. B. „Clean-Eating“ – Natürlich kochen und besser leben) und Journalistin. Sie schreibt den Blog projekt-gesund-leben.de und verbindet damit ihre zwei größten Leidenschaften: Gesundheit und das Schreiben.

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