Zwischen Asphalt & Trail: Gravel Running ist der neue Lauftrend

Du kannst dich nicht zwischen einer asphaltierten Straße und einem sandigen Trail entscheiden? Dann ist dieser neue Lauftrend genau das Richtige für dich.

Wer kennt es nicht, immer nur auf der Straße joggen wird irgendwann nicht nur langweilig, sondern auch anstrengend für die Gelenke. Da sind abwechslungsreiche Strecken durch Parks, über geschotterte Feldwege oder steiniges Terrain mehr als Willkommen. Wer gerne draußen läuft, kennt diese Mischung. Daraus ist ein neuer Lauftrend entstanden: Gravel Running. Ähnlich wie beim Gravel Bike geht es hier um Wege abseits asphaltierter Straßen, die gern mal geschottert, sandig oder steinig sein können.

Mit dem Trend wächst auch die Auswahl an Laufschuhen, die für diese abwechslungsreichen Strecken entwickelt wurden. Einer davon ist Aero Glide 4 GRVL des Sportlabels Salomon. Wir wollten wissen, wie sich der Gravel-Running-Schuh im Alltag schlägt und haben ihn dort getestet, wo viele Freizeitläufer unterwegs sind: auf Asphalt, Schotter, Waldwegen und steinigen Pisten.

Zwei Läufer, zwei Perspektiven

Für den Testlauf haben wir uns etwas besonderes ausgedacht. Damit der Eindruck alltagstauglich ausfällt, waren für uns zwei sehr unterschiedliche Läufertypen unterwegs. Eine curvy Läuferin, für die Komfort, Stabilität und eine angenehme Dämpfung im Vordergrund stehen. Und ein erfahrener Halbmarathonläufer, der vor allem auf natürliche Dynamik und ein kontrolliertes Laufgefühl achtet.

Spannend war, dass beide trotz der unterschiedlichen Ansprüche zu ähnlichen Eindrücken kamen. Während die starke Dämpfung auf Asphalt „sehr bouncy“ und ungewohnt war, bot der Sneaker auf unebenem Terrain optimale Dämpfung und soliden Halt.

Unsere Curvy Testerin Anni empfand vor allem die ultraweiche Dämpfung als angenehm für die Gelenke. Der adaptive Grip der Noppensohle fiel sehr positiv auf und gab selbst auf sandigem und steinigen Terrain maximale Schrittkontrolle und Laufsicherheit. Besonders wichtig, wenn es über Hindernisse oder bergauf geht. Auf unebenen Wegen wurden Stöße spürbar abgefedert. Gleichzeitig gibt der Schuh ausreichend Stabilität, sodass unsere Läuferin auf steinigem Terrain nicht wegknickte oder den Grip verlor. Unser Halbmarathoni achtete dagegen stärker auf das natürliche Laufverhalten der Sneaker.

Sein Fazit: Trotz der weichen, federnden Dämpfung läuft sich das Modell überraschend dynamisch, federleicht und unterstützt einen intuitiven, kontrollierten Bewegungsablauf. Ihm gefiel besonders, dass die Schuhe auch beim Wechsel auf längere Asphaltstrecken nicht das etwas träge Laufgefühl mit sich bringen, das man von manchen Trailrunning-Schuhen kennt.

Was unterscheidet Gravel Running von Trailrunning?

Wer zum ersten Mal von Gravel Running liest, verwechselt es leicht mit Trailrunning, doch tatsächlich gibt es deutliche Unterschiede.

Trailrunning führt häufig über sehr anspruchsvolle Strecken mit Wurzeln, Geröll, Matsch oder steilen An- und Abstiegen im Wald oder entlang eines Berges. Entsprechend robust und stark profiliert sind die Schuhe.

Gravel Running richtet sich an Läuferinnen und Läufer, die überwiegend auf befestigten Waldwegen, Schotterstrecken, Feldwegen oder Parkwegen unterwegs sind. Die Wege sind meist gut laufbar, wechseln aber zwischen Schotter, Sand, Wiese, Asphalt und Co. Hier liegt der Vorteil spezieller Gravel-Schuhe: Sie verbinden die Dämpfung und Leichtigkeit eines Straßenlaufschuhs mit einer griffigen Sohle für lose Untergründe.

Wann lohnt sich ein Gravel-Schuh?

Nicht jeder benötigt automatisch einen Gravel-Running-Sneaker. Wer ausschließlich auf der Straße trainiert oder regelmäßig anspruchsvolle Bergtrails läuft, ist mit speziellen Asphalt- oder Trail-Running-Modellen meist besser beraten.

Sinnvoll wird ein Gravel-Sneaker, wenn die Laufstrecken abwechslungsreich sind, wie etwa eine Kombination aus Gehwegen, Schotter, Wald- und Feldwegen. Auch für alle, die auf Reisen nur ein Paar Laufschuhe mitnehmen möchten oder ihre Routen flexibel gestalten, kann ein Hybridmodell eine praktische Lösung sein.

Worauf solltest du beim Kauf achten?

Nicht jeder Gravel-Schuh ist gleich. Einige Modelle orientieren sich stärker am Straßenlaufschuh, andere gehen bereits deutlich Richtung Trailrunning mit weniger Dämpfung.

Darauf kommt es an:

  • Eine ausgewogene Dämpfung sorgt auch auf längeren Strecken für Komfort und schont die Gelenke
  • Die Außensohle sollte ausreichend Grip auf losem Untergrund bieten (ein fühlbarer Unterschied zu Asphalt-Sneakern)
  • Ein sicherer Sitz im Mittelfuß verhindert Rutschen auf unebenem Boden
  • Atmungsaktive Materialien sind ein Plus für den Tragekomfort
  • Im Schuh sollte genügend Platz für die Zehen sein, damit sie sich beim Laufen spreizen können ohne anzustoßen

Tipps für Laufeinsteiger

Wer mit dem Laufen beginnt, muss nicht gleich viele Kilometer sammeln. Oft ist weniger sogar mehr. Unser Halbmarathoni hat uns beim Testlauf einige Tipps verraten.

Am besten startet man langsam. Das betrifft sowohl das Lauftempo als auch die Einheiten pro Woche. Ein überambitionierter Start zieht häufig ein Motivationstief nach sich und wer zu schnell läuft, baut wegen des zu hohen Pulses meist nur wenig Grundlagenausdauer auf.

Optimal ist es, in der sogenannten „Zone 2“ zu trainieren. Das bedeutet der Puls sollte bei 60 bis 75 Prozent des Maximalpulses liegen. Wer seine Puls-, Pace- und Distanzdaten während des Workouts im Blick behalten will, ist mit einer Sportuhr gut beraten. In unserem Lauftest trug die Amateur-Läuferin die leichte Suunto Run mit präziser GPS-Aufzeichung. Gut geeignet für Sportler, die ihren Augenmerk auf das Laufen legen. Unser Halbmarathoni dagegen trainiert bereits seit Jahren mit der Garmin Forerun 965 Run sowohl für Halbmarathons und Triathlons.

Wer lieber ohne Smartwatch trainiert, sollte nicht in Versuchung kommen möglichst schnell zu laufen. Wer sich während des Laufens noch unterhalten kann, trainiert in einem Pulsbereich, der sich besonders gut für den Aufbau von Grundlagenausdauer eignet.

Ebenfalls wichtig ist eine abwechslungsreiche Strecke. Wald- und Schotterwege belasten die Gelenke häufig weniger als harter Asphalt und sorgen gleichzeitig für mehr Spaß beim Laufen. Auch der richtige Look sorgt für Motivation und Spaß bei langen Runs. Am besten atmungsaktive Performance-Stoffe oder Merino für lange Workouts nutzen. In unserem Test trugen beide Läufer Looks aus atmungsaktiven Performance-Materialien von Salomon.

Wer Sorge hat, dass kurze Running Shorts zu ungewollter Reibung führen, dem empfehlen wir einen Hautschutzstick gegen Wundreiben. Unsere Läuferin nutzte den For Her von Bodyglide.

Unser Eindruck

Der Test hat uns gezeigt, dass Gravel Running für viele Freizeitsportler eine abwechslungsreiche Alternative zum klassischen Straßenlauf sein kann. Wer genug von einer Runde um den Block hat und am liebsten Querfeldein laufen möchte, profitiert von einem Schuh, der mit unterschiedlichen Bodenbelägen gut zurechtkommt und sicheren Halt bietet.

 

Für unseren Test wurden uns Sneaker und Outfits von Salomon zur Verfügung gestellt.