Selbst ist die Frau: Was du über Kredite und Bonität wissen solltest | Credit: Elisa Ventur | Unsplash

Selbst ist die Frau: Was du über Kredite und Bonität wissen solltest

Du zahlst deine Rechnungen nicht pünktlich und überziehst immer wieder mal deinen Dispo? Du denkst das macht doch nichts? Bis auf den Bankberater oder den Versandhändler merkt das doch keiner? Falsch gedacht. All dies kann sich negativ auf deine Bonität, also deine Kreditwürdigkeit auswirken. Ist nicht so schlimm? Doch, ist es. Spätestens dann, wenn du dir ein neues Auto kaufen möchtest, die Waschmaschine ihren Geist aufgegeben hat oder du Geld für deine Einrichtung brauchst und gerade nicht flüssig bist. Dann kann es dir nämlich passieren, dass dir eine schlechte Bonität im Wege steht und du nicht den gewünschten Kredit bekommst. 

Selbst ist die Frau

Die Bonität ist ein wichtiges Kriterium für die Bewilligung eines Kreditantrags, aber bei weitem nicht das einzige. Deswegen ist es durchaus möglich, auch bei schlechter Bonität einen Kredit zu bekommen. Allerdings besteht die Gefahr, dass relativ hohe Zinsen anfallen. Für ein möglichst gutes Kreditangebot ist es daher wichtig, individuelle Anpassungen am Kreditantrag vorzunehmen und gegebenenfalls mit einem zweiten Kreditnehmer oder Bürgen zu kooperieren. Außerdem macht es Sinn Schufa-Einträge regelmäßig zu kontrollieren, um eventuelle Fehler aus der Welt zu schaffen.

Darum prüfen Banken die Bonität von Antragstellern

Banken und Kreditinstitute sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Kreditwürdigkeit von Antragstellern zu prüfen. Sollte ein Kreditnehmer nicht in der Lage sein, seine monatliche Kreditrate zu bezahlen, bedeutet dies immer finanzielle Verluste für den Kreditgeber. Diese sollen weitestgehend ausgeschlossen werden, um die Kreditinstitute vor Kreditausfällen zu schützen und die Kreditnehmer vor einer Überschuldung zu bewahren.

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Während der Bonitätsprüfung ziehen Banken und Kreditinstitute viele Quellen zu Rate. Sie holen von den Kreditnehmern eine Selbstauskunft ein, um sich einen ersten Überblick über die finanzielle Situation zu verschaffen. Außerdem kooperieren sie mit verschiedenen Auskunfteien wie der Schufa. Diese sammeln Informationen zur Zahlungsfähigkeit und Zahlungsmoral einer Person. Diese Daten helfen dann dabei, die Kreditwürdigkeit eines Antragstellers genau einzuschätzen.

Gründe für einen Kredit trotz schlechter Bonität

Es gibt viele Gründe, die dazu führen, dass die Bonität einer Person von den Auskunfteien als negativ eingeschätzt wird. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn du in der Vergangenheit einen Kredit aufgenommen hast und die Raten nicht oder häufig zu spät bezahlt hast. Aber auch andere verspätete Zahlungen bei den Versicherungsbeiträgen oder einem Handyvertrag wirken sich negativ auf den Bonitätsscore bei den Auskunfteien aus.

Hin und wieder sind Menschen mit einer schlechten Bonität darauf angewiesen, einen Kredit zu bekommen. Beispielsweise, wenn die Waschmaschine kaputt geht oder die Spülmaschine keine Lust mehr hat oder eine Reparatur am Auto ansteht. In einer solchen Situation muss gezielt nach einem Kredit ohne Bonität gesucht werden.

Zinsen bei einem Kredit trotz schlechter Bonität

Grundsätzlich vergeben viele Banken und Kreditinstitute Kredite selbst bei schwacher Bonität. Allerdings ist es dann so, dass sie ihr Ausfallrisiko durch vergleichsweise hohe Zinsen reduzieren. Kreditnehmer bekommen dann zwar das benötigte Geld, müssen jedoch mit erheblichen Kosten rechnen. Unterschiedliche Kreditgeber bieten jedoch jeweils andere Konditionen an. Deswegen lohnt es sich, einen umfassenden Kreditvergleich durchzuführen. So besteht die Möglichkeit, einen Kredit trotz schlechter Bonität zu vergleichsweise günstigen Konditionen zu bekommen. Vor allem im Onlinebereich gibt es viele Portale und Anbieter, die einen solchen Vergleich ermöglichen.

Individuelle Anpassungen am Kredit vornehmen

Wer seine Chancen auf einen Kredit trotz schlechter Bonität erhöhen möchte, sollte individuelle Anpassungen an Kreditantrag vornehmen. Hierzu gehört es beispielsweise, die Laufzeit anzupassen. Wenn Kreditgeber einen Kredit mit langer Laufzeit vergeben, können sie mit vergleichsweise hohen Zinsen rechnen. Außerdem sollte die Darlehenssumme angepasst werden. Diese muss so gewählt sein, dass die notwendigen Ausgaben bezahlt werden können. Auch ein kleiner Puffer ist sinnvoll, da immer wieder unerwartete Kosten entstehen. Trotzdem sollte die Kreditsumme möglichst klein sein, da sich so die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Kreditantrag bewilligt wird.

Weitere Anpassungen sind bei der Höhe der monatlichen Rate und bei der Art des Kredits möglich. Nicht zuletzt können vorliegende Sicherheiten bei der Bank hinterlegt werden. Dies können beispielsweise eine Immobilie oder Wertgegenstände sein. Solche Sicherheiten erhöhen die Kreditwürdigkeit eines Antragstellers, selbst wenn ausgehend vom Bonitätsscore der Auskunfteien eine schlechte Bonität vorliegt.

Mit einem zweiten Kreditnehmer oder Bürgen kooperieren

Viele Kreditnehmer mit schlechter Bonität entscheiden sich dafür, einen zweiten Kreditnehmer ins Boot zu holen. Wenn dieser eine gute Bonität mitbringt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditantrag bewilligt wird. Fällt einer der Kreditnehmer aus und kann seine monatlichen Kreditverpflichtungen nicht mehr begleichen, springt der andere ein. Manche Kreditnehmer entscheiden sich für Familienmitglieder als zusätzliche Kreditnehmer, andere kooperieren mit Freunden oder Geschäftspartnern. Wichtig ist, dass sich beide Kreditnehmer über die Kreditkonditionen und ihre Verpflichtungen im Klaren sind und eine gemeinsame Basis für die Nutzung des Kredits finden.

Eine Alternative kann sein, einen Kreditbürgen zu finden und zu gewinnen. Dieser wird selbst nicht zum Kreditnehmer, sondern unterschreibt einen Bürgschaftsvertrag. Er wird so zu einer Art Sicherheit für die Bank, die daraufhin einen Kredit selbst bei schlechter Bonität vergibt. Grundsätzlich wird übrigens zwischen vier Arten von Bürgschaften unterschieden: Ausfallbürgschaften, Bürgschaft auf erstes Anfordern, Globalbürgschaften und selbstschuldnerische Bürgschaften.

Schufa-Einträge regelmäßig kontrollieren

Jeder hat das Recht, Einblick in die Informationen zu nehmen, die bei den Auskunfteien über sie hinterlegt sind. Einmal jährlich müssen die Auskunfteien diese Informationen kostenlos zur Verfügung stellen. Es lohnt sich für Kreditnehmer mit vermeintlich schlechter Bonität, von diesem Recht regelmäßig Gebrauch zu machen. So sehen sie direkt, welche Informationen über sie gespeichert sind und können kontrollieren, ob diese korrekt und aktuell sind.

Veraltete Informationen müssen von den Auskunfteien gelöscht werden. Sollte ein Fehler vorliegen, können die Betroffenen einen Antrag auf Löschung der entsprechenden Daten stellen. Auf diese Weise ist es möglich, Fehler und Falschinformationen zu beseitigen und hierdurch positiven Einfluss auf den Bonitätsscore zu nehmen. Eventuell ist es so möglich, die eigene Bonität so zu verbessern, so dass der Wunschkredit bewilligt wird. Nicht zuletzt sollte bei persönlichen Finanzinformationen stets auf einen professionellen Datenschutz Wert gelegt werden.

Fazit

Eine schlechte Bonität ist also noch lange kein Grund, einen benötigten Kredit nicht zu bekommen. Betroffene sollten sich allerdings darüber im Klaren sein, dass eine schlechte Bonität meist zu schlechten Kreditkonditionen führt. Durch die genannten Tipps ist es jedoch möglich, einen vergleichsweise günstigen Kredit trotz schlechter Bonität zu finden und zu bekommen. Wichtig ist es, möglichst frühzeitig damit zu beginnen, sich über die eigene Bonität zu informieren und diese nach Möglichkeit zu verbessern. Je besser der Bonitätsscore zum Zeitpunkt der Antragstellung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, den Wunschkredit zu bekommen. Außerdem lohnt sich immer ein umfassender Kreditvergleich bei einem seriösen Anbieter. So steigt die Chance günstig einen passenden Kredit zu bekommen.

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