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Von wegen billige Kleidung, irgendeiner zahlt immer den Preis

Unsere Kleidung wird nachhaltig, umweltfreundlich und Wasser sparend produziert … Haben sich die Zeiten tatsächlich zum Positiven verändert oder ist das – wie in so vielen Bereichen – mal wieder nur Green Washing?

Edith Dietrich und Catrin Risch haben für den WDR recheriert. Die traurige Nachricht: Noch immer trägt die Kleidung die wir kaufen zur Verschmutzung des Wassers bei. Teilweise können in den Produktionsländern die Gewässer nicht mehr als Trinkwasserquelle genutzt werden. Und auch wer jetzt denkt, das ist weit weg und betrifft mich nicht, dem kann geholfen werden, nicht selten kommen die Gifte nämlich über das Wasser auf die Felder, in das Gemüse und damit auf unseren Tisch.

Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell?

Prof. Dr. Jochen Straehle, Dekan der Fakultät Textil und Design der Hochschule Reutlingen, sagt im Interview mit dem WDR: „Unternehmen haben erkannt, dass das ein Markt der Zukunft ist und wenn Grüne Produkte, oder zumindest welche mit einem grünen Anstrich, zu mehr Umsatz führen, dann werden sie das tun. Deswegen ist Nachhaltigkeit mittlerweile ein eigenes Geschäftsmodell geworden und das hat mit den originären Ideen – weniger zu verbrauchen oder besser mit den Ressourcen umzugehen – herzlich wenig zu tun.“

Moderne Technik: Fluch und Segen

Immer schneller kommen Modetrends in den Verkauf. Mittlerweile dauert es nur noch 12 bis 14 Tage, bis die Idee eines Designers als fertiges Kleidungsstück im Laden hängt. Das weckt Bedürfnisse, die wir gerne stillen. Und wir kaufen, kaufen, kaufen. Rund 900 Euro heißt es, würde jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr für Kleidung ausgeben. Dabei tragen wir tatsächlich nur den geringsten Anteil der Klamotten aus unserem Kleiderschrank. 60 Prozent der produzierten Kleidung wandert jedes Jahr auf den Müll. Was für eine Vergeudung von Ressourcen.

Unser TV-Tipp

Exklusiv im Ersten „Unsere Kleidung – Grün gewaschen oder wirklich nachhaltig?“ blickt hinter die Kulissen. Eine WDR-Reportage und Dokumentation die zum Nachdenken anregt und auf jeden Fall sehenswert ist. Sie ist noch bis 21. Oktober 2020 in der ARD-Mediathek online.

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