Anti Aging – Diese Tipps helfen wirklich gegen Hautalterung

Anti Aging ist das Keyword unserer Zeit. Cremes, Seren, Lotions – die Regale sind prall gefüllt mit Anti Aging Produkten aller Art. Aber was hilft wirklich dabei der natürlichen Hautalterung entgegenzuwirken?

Anti Aging oder Longevity: Das steckt dahinter

Anti Aging lässt sich im weiteren Sinne mit „Alterserscheinungen verhindern“ übersetzen. In der Kosmetik und in der Medizin werden damit die Maßnahmen bezeichnet, die den biologischen Alterungsprozess der Haut hinauszögern oder ihm entgegenwirken sollen. Doch der Begriff wirkt heute für viele Marken überholt (wir haben bewusst das Wort „veraltet“ vermieden, Anm. d. Red.) Er klingt defizitorientiert, irgendwie medizinisch und auch etwas aggressiv gegenüber dem natürlichen Alterungsprozess. Jüngere Zielgruppen reagieren skeptisch auf Botschaften, die das Altern als Problem darstellen.

Longevity transportiert ein anderes Narrativ. Im Mittelpunkt steht ein möglichst langes, gesundes und leistungsfähiges Leben. Der Fokus verschiebt sich von äußerer Verjüngung hin zu Gesundheit, Prävention, Energie, Schlaf, Ernährung, Regeneration und biologischem Alter.

Viele Premium- und Luxusmarken sprechen deshalb von Healthy Aging, Well Aging, Age Management, Longevity, Pro Aging, Skin Health, Regeneration, Zellgesundheit und Prävention. Auch Luxus-Hotels, Spas und Beauty-Marken nutzen den Begriff massiv. Longevity klingt wissenschaftlicher, moderner und exklusiver als Anti Aging.

Im Wording von Apotheken oder im Kosmetikbereich existiert der Begriff Anti Aging weiterhin sehr stark. Der Grund: Viele Verbraucher suchen noch immer nach Anti Aging Creme oder Anti Aging Wirkstoffen. Rein wirtschaftlich gesehen, wird der Begriff deshalb nicht so schnell verschwinden.

Well Aging & Anti Aging Produkte

Anti Aging Produkte gibt es in den unterschiedlichsten Variationen. Als Creme, Serum oder Lotion – mal für speziell für die Augenpartie, für das Gesicht oder für den ganzen Körper. Die Produkthersteller werben allesamt damit, dass sie die Haut straffer, vitaler und dadurch jünger aussehen lassen. Um dies zu erreichen, kommen die unterschiedlichsten Wirkstoffe zum Einsatz, wie etwa Retinol, Hyaluronsäure oder Probiotika.

Retinol

ist eine andere Bezeichnung für Vitamin A. Es glättet die Hautoberfläche und fördert die Kollagenproduktion, was wiederum für ein ebenmäßigeres Hautbild sorgt.

Hyaluronsäure

stellt einen wichtigen Bestandteil des Bindegewebes dar. Sie kann Feuchtigkeit binden und hilft so die Haut glatt und straff zu erhalten.

Probiotika

wirken sich positiv auf die Hautflora und dadurch auch auf die schützende Funktion der Hautschutzbarriere aus.

Warum Falten im Gesicht besonders schnell auftauchen

Mit zunehmendem Alter entstehen am ganzen Körper Falten. An manchen Stellen mehr, an manchen Stellen weniger. Oft ist es das Gesicht, das am meisten Sorge bereitet. Macht sich die Hautalterung hier wirklich schneller bemerkbar als am restlichen Körper, oder sind wir in dieser Hinsicht nur besonders eitel?

Die Antwort liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen. Natürlich konzentrieren wir uns bei der Bewertung des Aussehens häufig auf das Gesicht. Sowohl bei uns selbst, als auch bei anderen. Schließlich ist das Gesicht in der Regel das erste, was wir morgens beim prüfenden Blick in den Spiegel sehen. Die Gesichtshaut ist viel stärker den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Hitze, Kälte, Schadstoffe – hier schützt keine Kleidung, wie es am Körper meist der Fall ist. Und auch die Sonne, viele bezeichnen sie als der natürliche Feind unserer Haut, kann unser Gesicht ungeschützt erreichen. Dabei ist UV-Strahlung ein gravierender Faktor, der die Hautalterung im Gesicht begünstigt. Sie verursacht rund 80 Prozent aller Hautschäden. Der Grund: UV-A-Strahlung dringt tief in die Haut ein und zerstört die elastischen/kollagenen Fasern. Da diese Fasern dafür sorgen, dass die Haut straff ist, wird sie an den Stellen schneller schlaff, die regelmäßig der Sonne und damit der UV-Strahlung aussetzt sind. Sonnenschutz ist damit ein wichtiger Teil der Hautpflege.

Healthy Aging Sonnencremes – so schützt du deine Haut

Beauty-Experten raten zum täglichen Gebrauch von Gesichtscremes mit Sonnenschutz. Das Schlüsselwort liegt hier auf „täglich“, um die Haut optimal zu schützen und einen Healthy Aging Effekt zu erreichen. Am besten morgens, bevor man das Haus verlässt. Dabei sei es egal, ob ein Tag am Strand geplant ist oder ein Arbeitstag im Büro bevorsteht. Denn auch wenn die Sonne nur kurze Zeit auf das Gesicht scheint, kann UV-Strahlung bereits schädlich sein. Das gilt auch für den Winter oder für bewölkte Tage.

Healthy Aging Sonnenschutz – worauf du achten solltest

Bei der Vielzahl an Sonnencremes, -gels und -lotions fällt es schwer, den Überblick zu behalten und herauszufinden, welches Produkt für die eigene Haut das richtige ist. Zunächst kommt es auf den Hauttyp und den erforderlichen Lichtschutzfaktor (LSF) oder auch Sun Protection Factor (SPF) an. Schon im Jahr 1956 wurden verschiedene Stärken für die unterschiedlichen Hauttypen festgelegt. LSF 6 bis 10 bietet leichten Schutz, LSF 15 bis 25 mittleren, 30 bis 50 hohen und ab 50+ einen sehr hohen Schutz.

Bei sehr heller Haut empfehlen Experten Lichtschutzfaktor 50, ansonsten reicht LSF 30 aus. Um Hautunreinheiten oder Unverträglichkeiten zu vermeiden ist es sinnvoll eine Creme zu wählen, die speziell für das Gesicht entwickelt wurde und einen Healthy Aging Faktor beinhaltet. Anti Aging Sonnencremes (Ups, da ist es wieder, das böse Wort) fürs Gesicht unterstützen dabei sonnenbedingte Hautalterung in Form von Falten vorzubeugen und helfen gegen Pigmentflecken und trockene Haut.

Übrigens: Den Sonnenschutz auch auf den Hals und das Dekolleté auftragen. Diese Bereiche werden oft übersehen, dabei sind ebenfalls häufig der Sonne ausgesetzt und auch hier ist die Haut sehr dünn und empfindlich.

Umweltschutz trifft Sonnenschutz

Wissenschaftler haben festgestellt, dass bestimmte Inhaltsstoffe von Sonnencremes, wie chemische UV-Filter und einige Formen mineralischer Nanopartikel problematisch für Meeresbewohner wie Korallen, Algen, Muscheln, Fischen etc. sein können. Sie reichern sich im Wasser an und können die biologischen Prozesse empfindlicher Organismen stören. Zum Schutz des Ökosystems Meer haben Experten ökologischen Sonnenschutz entwickelt. Er besteht aus öko-getesteten Lichtschutzfiltern und ist abbaubar.

Warum Sonnencreme ins Meer gelangt

Die Mengen wirken zunächst gering, summieren sich jedoch massiv. Sonnencreme gelangt beim Baden direkt ins Wasser oder indirekt über das Duschen nach dem Sonnenbad ins Abwasser. In beliebten Urlaubsregionen mit Korallenriffen können sich dadurch saisonal erhebliche Konzentrationen bestimmter Stoffe ansammeln. Besonders betroffen sind flache Küstenregionen, Lagunen, Riffe mit wenig Wasseraustausch, touristisch stark frequentierte Strände.

Diese UV-Filter werden kritisch diskutiert

Zu den am häufigsten untersuchten chemischen UV-Filtern gehören Oxybenzon (Benzophenone-3), Octinoxat (Ethylhexyl Methoxycinnamate), Octocrylen und * Homosalat. Diese Stoffe absorbieren UV-Strahlung und schützen so die Haut vor Sonneneinstrahlung. Im Meer können sie jedoch biologische Prozesse negativ beeinflussen.

Warum Korallen empfindlich reagieren

Korallen sind lebende Organismen, die in Symbiose mit Mikroalgen leben. Diese Algen versorgen die Korallen mit Energie und sind entscheidend für ihre Farbe und ihr Wachstum. Bestimmte UV-Filter stehen im Verdacht oxidativen Stress auszulösen, die Photosynthese der Algen zu stören, hormonähnliche Effekte zu haben, DNA-Schäden zu fördern und/oder die Fortpflanzung von Korallenlarven zu beeinträchtigen.

Besonders kritisch ist das bei jungen Korallenstadien. Einige Studien zeigen, dass bereits geringe Konzentrationen Entwicklungsprozesse stören können. Hinzu kommt, dass geschwächte Korallen empfindlicher reagieren auf Belastungen wie steigende Wassertemperaturen oder Ozeanübersäuerung. Sonnencreme gilt als zusätzlicher Stressfaktor und nicht als Hauptursache für das Korallensterben.

Das Problem mit Nanopartikeln

Viele mineralische Sonnencremes enthalten Zinkoxid oder Titandioxid. Sie gelten häufig als umweltfreundlichere Alternative zu chemischen UV-Filtern. Werden die Mineralien jedoch als Nanopartikel verarbeitet, sind die Teilchen extrem klein. Sie lassen sich zwar angenehmer auftragen und hinterlassen auf der Haut keinen weißen Film, aber im Meer können solche Nanopartikel problematisch werden.

Sie können reaktive Sauerstoffverbindungen bilden. Diese Verbindungen erzeugen oxidativen Stress bei Mikroorganismen. Sie können die Zellmembranen schädigen.
Zudem lagern manche Partikel sich in Organismen oder Sedimenten an. Vor allem Titandioxid-Nanopartikel werden intensiv untersucht, weil sie photochemische Reaktionen auslösen können.

Warum das Thema wissenschaftlich komplex bleibt

Die Forschungslage ist nicht einheitlich. Einige Studien arbeiten mit Konzentrationen, die höher sind als jene im offenen Meer. Andere Untersuchungen zeigen dagegen reale Belastungen in touristischen Hot Spots. Zudem hängt die Umweltwirkung von vielen Faktoren ab, wie die Konzentration im Wasser, die Temperatur, die Sonneneinstrahlung, die Strömung, die Kombination verschiedener Chemikalien, die Beschichtung der Nanopartikel sowie das Abbauverhalten. Die Debatte geht deshalb weit über die einfache Aussage „Sonnencreme zerstört Korallen“ hinaus.

Warum manche Regionen bestimmte UV-Filter verbieten

Einige Urlaubsregionen haben bereits reagiert. Hawaii und Palau haben bestimmte UV-Filter eingeschränkt oder verboten. Ihr Ziel ist es, die empfindlichen Riffsysteme zu schützen. Es geht dabei um besonders umstrittene Stoffe wie Oxybenzon und Octinoxat.

Was als Riff freundlich gilt

Als weniger problematisch gelten derzeit nicht-nano Zinkoxid, nicht-nano Titandioxid, biologisch besser abbaubare Formulierungen und wasserfeste Produkte mit geringerer Auswaschung. Der Begriff „reef safe“ ist allerdings nicht einheitlich reguliert. Manche Produkte werben damit, obwohl die wissenschaftliche Bewertung einzelner Inhaltsstoffe weiterhin diskutiert wird. Entscheidend bleibt deshalb aktuell noch der Blick auf die Inhaltsstoffe und nicht auf die Marketingbegriffe.

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