Barbara Schöneberger im Fatsuit | Screenshot Barbara.de

BARBARA nimmt Stellung: Diskussion über falsche Normen und Schönheitsideale

Kontrovers diskutiert wird die aktuelle Ausgabe des Barbara-Magazins. Was auf Facebook begann, entwickelte sich bald via Social Media zur emotionalen Diskussion. Auf dem Cover ist Moderatorin und Publikums-Liebling Barbara Schöneberger in einem Fatsuit zu sehen. Darunter in großen Lettern: Stimmt was nicht? Zudem wurde von Barbara Schöneberger ein Behind-The-Scenes Clip vom Cover-Shooting via Instagram veröffentlicht. Es zeigt die Moderatorin in besagtem hautfarbenen Fatsuit vor einem Buffet. Mit einem übergroßen Löffel isst sie direkt aus der Schüssel und ermahnt fröhlich den Kameramann „Nichts gegen Dicke, bin selber eine.“ (Anmerkung der Red.: Das Video ist mittlerweile nicht mehr online.)

#meinkoerperistkeinkostuem

Barbara Schöneberger im Fatsuit | Screenshot Barbara.de
Die Titelseite des aktuellen Barbara-Magazins | Barbara Schöneberger in einem hautfarbenen Fatsuit

Zahlreiche Plus Size Blogger wie Bobby Thurner von Curvect, kritisieren Schöneberger, sprechen von einem Imageschaden für dicke Frauen, fühlen sich einmal mehr diskriminiert oder gar stigmatisiert. Sie finden mit ihrer Kritik Gehör und unter ihren Followern große Zustimmung.

Die Influencer Kurvenrausch (Tanja Marfo) und Schoenwild (Julia Kremer) fotografieren sich selbst in hautfarbener Unterwäsche und „photoshopen“ sich auf das Cover der Barbara. Ihr realer Körper im direkten Vergleich zu Barbara Schöneberger in einem Fatsuit. Unter #meinkoerperistkeinkostuem starten sie einen Aufruf zu weniger Diskriminierung und mehr Vielfalt in den Medien.

Aber was sagt eigentlich das Barbara-Team zur Social-Media-Entwicklung? Barbara Schöneberger selbst äußert sich leider nicht zu den Reaktionen. Stefanie Hellge, Redaktionsleiterin von Barbara, war jedoch zu einem Statement für PlusPerfekt bereit:

„Wir wollten mit unserem aktuellen Cover, das Barbara Schöneberger im Nacksuit zeigt, eine Diskussion über falsche Normen und Schönheitsideale anstoßen. Deshalb haben wir uns bewusst für eine polarisierende Optik entschieden, die die Negativ-Mechanismen, die wir alle unbewusst im Kopf haben, karikiert.
Die Diskussion, die wir wollten, ist in jedem Fall da. Überrascht hat mich die teils heftige Reaktion von ausgerechnet den Menschen, die wir mit dieser Ausgabe feiern und unterstützen wollten. Dass einige Leserinnen sich von dem Cover angegriffen fühlen, war natürlich nicht unsere Absicht.

Die Irritation beim ersten Blick aber schon! Die Titelzeile auf unserem Cover „ Stimmt was nicht?“ ist in diesem Fall extrem wichtig, weil sie eindeutig klarmacht, dass es hier um eine
bewusste Provokation geht, die mit den in unser aller Köpfen verankerten Bewertungsmuster spielt.

Unser Wunsch war: Die Leute gucken das Bild an und denken ohne nachzudenken: Uff.

Dann lesen sie die Zeile und fühlen sich in genau diesem „Uff“ ertappt.“

Inwieweit dieses Statement die Wogen glätten kann, bleibt die Frage. Die Enttäuschung über das fehlende Statement von Barbara Schöneberger ist groß. Tatsache bleibt, dass die Medien im Allgemeinen viel zu selten das reale Frauenbild zeigen. Mehr als interessant in dem Zusammenhang ist allerdings auch die Frage, ob die Mehrzahl der Leserinnen und Leser tatsächlich das reale Frauen- und Männerbild in den Medien sehen möchte. Gibt es doch einige Große Größen Labels, die von ihren Kundinnen wissen, dass sie Übergrößenmode nicht von Models mit realen Plus Size Körpermaßen präsentiert sehen möchten.

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