Credits: Urban Change Lab

Fairtrade 2.0 – Deine Idee als Einzelstück

Kommen klassische Statussymbole aus der Mode? Immer mehr Menschen begeistern sich nicht mehr für schnelle Autos, teure Uhren oder Markenklamotten. Stattdessen geht der Trend hin zu Fair Fashion, Individualität, Entschleunigung und Nachhaltigkeit. Getreu diesem Motto gründete Jochen Baumeister 2015 sein Startup „Urban Change Lab“, mit dem er die Möglichkeit bietet, Produkte ganz nach den eigenen Vorstellungen herstellen zu lassen. Dabei arbeitet das Unternehmen mit Handwerkern aus Afrika zusammen.

Möglich ist alles, was aus Holz, Stein, Metall oder Stoff gefertigt werden kann. Möbel, Portemonnaies, Tischdecken, Schmuck oder auch Mode. Beliebt sind beispielsweise auf Maß gefertigte Besteckkästen aus Holz.

Handwerker aus Ghana, Kenia oder Nigeria

Der Kunde formuliert seine Vorstellungen in Worten oder entwirft eine Skizze, je nachdem wie weit und genau die Idee schon ausgereift ist. Das Urban Change Team sucht einen passenden Handwerker in Ghana, Kenia oder Nigeria, mit dem der Kunde online über die Plattform des Unternehmens in Kontakt tritt. Durch Nachrichten, Fotos und Videos wird er ständig über den aktuellen Zustand des Produkts auf dem Laufenden gehalten. Dabei geschieht nichts ohne das OK des Kunden. In den meisten afrikanischen Regionen sind Smartphones genauso verbreitet wie hier, von daher sind die 6.000 km Entfernung längst kein Hindernis mehr.

Gut Ding will Weile haben

Das Verfahren ist natürlich deutlich zeitaufwändiger als ein normaler Einkauf, was aber auch so gewollt ist. Der Kunde kann den Herstellungsprozesses genau verfolgen und bekommt so ein Gefühl dafür, in welchen Schritten sein Produkt entsteht und wie lange es dauert, bis es fertig ist. Absolute Transparenz. Das gilt auch für die Kosten: Der Kunde kann genau nachvollziehen, wie viel Geld der Handwerker bekommt und wie hoch der Anteil für Versand, Steuer und nicht zuletzt auch für das Unternehmen ist. Während man sich so lange mit dem Produkt beschäftigt, bevor man es endlich in der Hand hält, wächst natürlich auch die Vorfreude.

Bevor das fertige Produkt versandt wird, führt ein Mitarbeiter vor Ort eine Qualitätsprüfung durch, sodass Mängel, die auf den Bildern vielleicht nicht erkannt wurden, ausgebessert werden können. Sollte trotzdem nach Erhalt der Ware etwas nicht stimmen, tritt das Unternehmen mit den Handwerkern in Kontakt.

Fairness für alle

Das Urban Change Lab hat durchaus einen sozialen Anspruch. Da die Handwerker aber in der Regel nicht auf existentielle Hilfe angewiesen sind, würde Jochen Baumeister es nicht als eine Art Entwicklungshilfe bezeichnen. Er sieht sich und sein Team als Social Entrepreneurs.