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Helfen durch Handeln: Wie DW-Shop die (Mode-)Welt verändert

In Zeiten des Massenkonsums haben wir uns daran gewöhnt, dass alle möglichen Produkte in kürzester Zeit und zu niedrigen Preisen verfügbar sind. Das gilt auch für Kleidung. Große Textilkonzerne produzieren ihre Kollektionen in wöchentlichen Abständen, damit wir ständig eine riesige Auswahl an günstigen Schnäppchen in den Schaufenstern sehen. Kritische Stimmen nennen das „Fast Fashion“. Diese Mode ist zwar schnell verkauft, bringt aber oftmals gravierende Risikofaktoren mit sich, darunter:

– Ausbeutung von Arbeitskräften
– Verwendung von giftigen Chemikalien, die Gewässer verschmutzen und Hautkrankheiten auslösen können
– Verbrauch von nicht erneuerbaren Ressourcen wie beispielsweise Erdöl, das für die Herstellung von Polyester benötigt wird
– Textilabfälle von bis zu 20 kg pro Europäer in nur einem Jahr

Angesichts solch alarmierender Tatsachen orientieren sich immer mehr Designer neu und steigen um auf Fair Fashion. Damit möchte man mit nachhaltigen Produktionsweisen der Massenindustrie und ihren Folgen entgegenwirken. Auch wenn sich das Konzept erst kürzlich im Mainstream verbreitet hat, so ist es doch alles andere als neu. Beispielsweise das Unternehmen DW-Shop setzt sich schon seit 1976 unter dem Motto „Helfen durch Handeln“ für fair produzierte Mode ein.

Klasse statt Masse

Der DW-Shop entstand aus einer Initiative der Deutschen Welthungerhilfe als eine Handelsplattform für handwerkliche Projekterzeugnisse. Inzwischen hat sich die Initiative zu einem Unternehmen entwickelt, das auf seiner Website ein breites Sortiment an Textilien und Accessoires anbietet. Sämtliche Produkte stammen von zertifizierten Handelspartnern, die bei der Herstellung zwei Grundsätze einhalten:

Umweltfreundlichkeit und
sozial verträgliche Arbeitsverhältnisse.

So findet ihr im DW-Shop unter Damenmode beispielsweise Blusen, Hosen und Kleider aus Leinen. Dieser Stoff besteht hauptsächlich aus Fasern der Flachspflanze und bietet eine natürlich nachwachsende Alternative zu synthetischen Materialien wie Polyester. Neben ihrem umweltschonenden Effekt bringen Leinentextilien weitere Vorteile mit sich: Der grobe Stoff ist besonders strapazierfähig und pflegeleicht. Menschen mit empfindlicher Haut müssen keine Reizungen oder allergische Reaktionen befürchten. Da Leinenfasern Feuchtigkeit umgehend an die Außenluft abgeben, sorgen sie auch bei hohen Temperaturen für ein angenehmes Tragegefühl.

Abgesehen von Kleidung vertreibt DW-Shop auch Mode-Accessoires, Schmuck, Einrichtungszubehör sowie Kaffee und Tee. Qualität statt Quantität lautet die Devise. Mit jedem Kauf, sammelt man nicht einfach nur Besitztümer sondern leistet einen Beitrag zu einer gesunden und fairen Zukunft.

Hilfe zur Selbsthilfe

Der Shop möchte mit seinem Handelsnetzwerk das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ vorantreiben. Deshalb pflegt das Unternehmen Partnerschaften, die Lieferanten in benachteiligten Gebieten den Weg in die wirtschaftliche Unabhängigkeit erleichtern sollen. Dazu gehören die Handlungsmaximen:

– Angemessene Bezahlung
– Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe
– Respekt gegenüber unterschiedlichen Religionen und Traditionen
– Verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen

Diese Maximen setzt DW-Shop durch die Mitarbeit an verschiedensten Hilfsprojekten in die Praxis um. Drei Beispiele:

Hatale

Als Mitglied des Fair-Trade-Networks Nepal produziert das Unternehmen Hatale seit 2004 handgearbeitete Filzartikel. Verwendet wird ausschließlich reine Wolle und Azo-freie Farbstoffe. Außerdem richtet er sich nach einem Umweltmanagementsystem mit dem Zertifikat ISO 14001. Neben Umweltschutz haben faire Arbeitsverhältnisse hohe Priorität. So finanziert Hatale zum Beispiel für jede der mehr als 200 Arbeitskräfte die Schulbildung von ein bis zwei Kindern.

Women for Women Foundation

Die Kambodschanerin Veasna Chan Nhean ist Gründerin der Women for Women Foundation und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen mit Behinderungen in ihrem Land ein sicheres Einkommen zu ermöglichen. Sie fordert: „Jede kambodschanische Frau soll soziale, wirtschaftliche und politische Möglichkeiten haben, um ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein.“ Zu diesem Zweck beschäftigt ihre Organisation circa 30 Frauen aus verschiedenen Provinzen, die Seidenprodukte von Hand gestalten und verarbeiten. Seit 2014 arbeitet DW-Shop mit Women for Women zusammen.

Kazuri

bedeutet auf Suaheli „klein und schön“. Die gleichnamige Manufaktur entstand 1975 in Kenia, als zwei Frauen sich zusammen schlossen, um Perlenschmuck zu fertigen und zu verkaufen. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen mehr als 400 Mitarbeiterinnen. Dabei schafft das Unternehmen nicht nur eine Existenzgrundlage für alleinerziehende Mütter, sondern kümmert sich auch um ihre medizinische Versorgung. Wer im DW-Shop eine bunte Perlenkette bestellt, kann mit einem Klick Familien am anderen Ende der Welt unterstützen.