ReiseLust

Irish Spring: Roadtrip durch Irlands bunte Frühlingspracht

Unterwegs mit dem Wohnmobil in Irland

Failte heißt es zum St. Bridget’s Day in Irland. Pünktlich zum 1. Februar hält dort der Frühling Einzug. Zumindest sagen es so die Einheimischen. Und das kommt nicht von ungefähr. Schließlich verwöhnt der milde Golfstrom das Land. Und auch die Sonne hat ein Faible für die grüne Insel und ihre ursprünglich-charmanten Bewohner. Unermüdlich konkurriert sie mit den Regenwolken. Farbstark setzt der blaue Küstenhimmel das Blütenmeer in Szene. Selbst die Überlandstraßen sind umrahmt von gelber Blütenpracht.

Frühlingslaune überall. Da kann es schon mal passieren, dass Iren mit nackten Beinen und Kurzarm-Shirts unterwegs sind, während wir uns noch in unsere Winterjacke kuscheln.

Rosses Point – Yeats Inspirationsstätte

Unser Roadtrip mit dem Hymer-Reisemobil führt uns von Dublin direkt an die unberührte und raue Nordwestküste Irlands. Rosses Point in der Nähe der Stadt Sligo am Garavogue River ist unser Ziel. Ein Campingplatz mit Blick auf die wunderschöne Bucht und den Berg Ben Bulben. Atlantikbrandung pur. Atemberaubende Sonnenauf- und beeindruckende Sonnenuntergänge. Schon der berühmte irische Schriftstellers William Butler Yeats liebte Rosses Point, verbrachte oft seine Sommerferien dort.

Ein Fels in der Brandung

Unbedingt erlebenswert ist auch Downpatrick Head, ein Aussichtspunkt in der Nähe von Ballycastle im County Mayo. Mit tosenden Wellenschlägen prallt dort der Atlantik an die dunklen Felsen der Küste. Die Landzunge Downpatrick Head ist zu großen Teilen vom Wasser unterspült und eingebrochen. Doch auch wenn kaum Touristen zu sehen sind, so ist das Gebiet doch touristisch gut erschlossen. Einige Bereiche sind durch Geländer und Glaswände gesichert, so dass ihr quasi durch den „Boden“ hindurch die Brandung und die unterspülten Felsen sehen könnt. Ein Eldorado für Hobbyfotografen.

Ein Must für jeden Irlandbesucher

Auf dem Weg Richtung Süden sind die Cliffs of Moher. Ein Naturspektakel, das ihr euch ansehen müsst. Wir waren vor ca. 18 Jahren schon einmal dort. Ein steiniger Weg, ein kleiner Kiosk, irische Straßenmusikanten und auf dem großflächigen Areal vielleicht 100 Touristen. Ansonsten nur der Blick auf die spektakulären Cliffs. Heute sind es an einem regnerischen Tag – leider regnete es bei unserem Besuch – zwei Dutzend Reisebusse inklusive Insassen und ein Großparkplatz, der zu 80 Prozent belegt ist. Ein großes Besucherzentrum wurde dezent in den Hügel hinein gebaut und bietet Infos rund um die Cliffs. Aber … Der Blick ist natürlich dennoch sensationell und ist ein Must für jeden Irlandurlauber.

Sightseeing pur 

Ein weiteres Highlight ist der Ring of Kerry. Er beginnt in Killarny. Die Stadt nennt sich deshalb „Das Tor zum Ring of Kerry“. Touristisch gut erschlossen hat sich in Killarny in den letzten 15 Jahren die Bevölkerungszahl von knapp 7.000 auf jetzt über 14.000 Einwohner verdoppelt.

Der Ring of Kerry ist Sightseeing pur. Auf einer Strecke von gut 150 Kilometern habt ihr einen gigantischen Ausblick auf den Atlantik, seht ursprüngliche Küstenlandschaften, traumhafte Sandstrände und idyllische Dörfer. Vorbei an kleinen Seen geht es durch – Wohnmobilisten aufgepasst – dramatisch-enge Gebirgspässe. Die Straßen sind für Begegnungsverkehr oftmals zu schmal. Doch wenn ihr den Ring entgegen dem Uhrzeigersinn fahrt, ist das kein Problem. Die Reisebusse machen es nämlich ebenso und damit gibt es fast keine Ausweichmanöver.  Außerdem empfiehlt es sich vor 9.30 Uhr loszufahren. Da die meisten Reiseunternehmen um 10 Uhr ihre Route starten, habt ihr so keinen Bus vor euch, der die Sicht auf die grandiose Landschaft versperrt. Und – die Parkplätze nicht so belegt.

140 Kilometer raues Küstenpanorama

Wenn ihr mehr Zeit mitbringt, solltet ihr euch auf jeden Fall den Ring of Barea ansehen. Ein fantastisch raues Küstenpanorama auf fast 140 Kilometern. Mit Garinish Island, einer vom warmen Golfstrom umspülten Insel. Tropisch-üppigen Pflanzenwuchs gibt es hier zu bewundern. Oder den Healy-Pass. Eine Bergstraße zwischen Adrigole und Lauragh. Früher nur ein Eselspfad. Heute führen schmale Serpentinen hinauf und eröffnen einen unvergleichlichen Panormablick auf die zwei Küsten der Halbinsel Barea. Doch davon vielleicht ein ander mal mehr … 🙂

Für die Heimreise wählten wir die Fährüberfahrt von Rosslare nach Pembroke in Wales. Ein Zwischenstopp in der Hafenstadt Rosslare ist empfehlenswert. Die Küstenstadt bietet entlang des Strands so manches Highlight und zelebriert das Strandleben. Wir haben 15 Minuten vom Fährhafen im Saint Margret’s Beach Caravan and Camping Park übernachtet. Ein zauberhaftes Plätzchen mit nur wenigen Gehminuten zum Saint Margret’s Beach.

Über Pembroke, Swansea, Cardiff ging es nach Newport. Dort fuhren wir über den Fluss Severn, die Grenze zwischen Wales und England. Wenn ihr die Brücke „Second Severn Crossing“ von West nach Ost überquert, kostet es keine Maut. Zudem umgeht ihr Staus in den Hauptverkehrszeiten. Über die M4 ging es dann Richtung Londoner Autobahn Ring.

Die Route führt an Windsor Castle vorbei. Von der Autobahn bis zum Schloss sind es knapp zehn Minuten. Es reicht also, wenn ihr um 16.45 Uhr bei Elisabeth anruft und ihr seit pünktlich zum Five o’Clock Tea vor Ort. 🙂

Apropos Tea …

Als Irlandbesucher solltet ihr in jedem Fall irische Scones kosten. Sie schmecken lecker zum Tee oder auch zum Kaffee. Es gibt sie in verschiedenen Variationen. Mit Rosinen, Mandeln, Schokolade … Oder auch ganz pur. Mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade. Ein Traum! Zum Backen zu Hause haben wir hier ein leckeres Rezept für euch.

My Home ist my Reisemobil

Unser mobile Home war ein Hymer ML-T 580 mit Mercedes Sprinter-Unterbau. Ideal für einen Roadtrip dieser Art. Selbst die teilweise huckeligen Straßen meisterte er mit fast geräuschlosem Innenraum. Das Wohnmobil hatte Automatikgetriebe und Rückfahrkamera. Der Fahrkomfort ist fast wie bei einer Mercedes-Limousine. Man könnte glatt vergessen, dass hinter dem Führerhaus noch sechs Meter Wohnmobil stecken.

Als Reisemobil-Fahranfängerin werdet ihr die Automatik lieben. Keine Hektik beim Schalten. Ihr könnt euch voll und ganz auf die Maße und das zunächst ungewohnte Fahrgefühl konzentrieren. Spätestens bei Berganfahrten werdet ihr mich verstehen. Beim Rückwärts fahren oder Einparken ist die Rückfahrkamera ein Genuss. Für mich dürfte es gerne wieder ein Sprinter-Unterbau sein. Zu beachten ist lediglich, dass ihr – je nach Fahrstil früher oder später – den Zusatzstoff AdBlue tanken müsst. In Deutschland gibt es AdBlue an den meisten Autobahntankstellen, an Autohöfen bekommt ihr es ganz normal an der Tankanlage.

Unsere PlusPerfekt Reise-Tipps!

Es gibt in Irland auf einigen Autobahnen Mautstationen. Ein wenig Recherche im Vorfeld und ihr könnt sie bequem umfahren. Für die Fährüberfahrt empfehlen wir Dünkirchen. Hie ist es günstiger als in Calais. Die Überfahrt dauert zwei Stunden. Habt keine Bedenken wegen des Parkens auf der Fähre. Ihr fahrt immer ebenerdig hinein. Parkt meist neben den LKWs.

Vermeidet den Berufsverkehr auf dem Londoner Autobahnring. Er kostet nur unnötig Zeit und geht garantiert auf die Nerven. Sollte es doch passieren, fahrt an einer Raststätte raus. Ein Wohnmobil bietet schließlich jede Menge Komfort für ausgedehnte Pausen. Bis zu zwei Stunden dürft ihr auf den englischen Raststätten kostenlos stehen. Danach ist es gebührenpflichtig.

Wenn ihr vom Fährhafen Holyhead aus nach Dublin übersetzt, fahrt westlich (für Mädels: links :-)) an London vorbei. Ihr spart so die Kosten für Dartford Crossing, ein gebührenpflichtiger Übergang über die Themse mit großer Staugefahr. Anschließend geht es über die M40 Richtung Birmingham.

In Wales führt euch die Reiseroute entlang der zauberhaften Küste mit wunderbarem Blick auf das Meer. Plant die Fahrt so, dass ihr bei Tageslicht den Ausblick genießen könnt. Von Dover nach Holyhead solltet ihr mit neun Stunden Fahrzeit rechnen. Mit Pausen natürlich länger.

Für die Überfahrt von Holyhead nach Dublin braucht die Schnellfähre zwei Stunden, die normale Fähre ca. vier. Wir hatten die Jonathan Swift gebucht, eine Katamaran Schnellfähre. Theoretisch eine gute Entscheidung. Wenn das Wetter mitmacht. Bei rauer See? Na ja! Wir hatten Brechtüten auf den Tischen. Die wurden gern genutzt. Das sollte als Kommentar reichen. Wir würden die Fähre nicht mehr im Vorfeld buchen. Besser erst am Fährhafen die Wetterlage checken. Bei stürmischem Wetter die normale Fähre buchen oder warten bis die See wieder ruhiger ist. Mit einem WoMo seit ihr schließlich flexibel. 🙂

Der Hafen von Dublin ist direkt im Centrum. Von da aus habt ihr drei Möglichkeiten: Der mautpflichtige Tunnel. Während des Berufsverkehrs geht das ziemlich ins Geld. Die mautpflichtige Brücke. Oder ihr entscheidet euch für die Tour durch die Altstadt entlang des Flusses Liffey. So bekommt ihr gleich einen Eindruck von der Pub-Vielfalt des Landes. Keine Sorge. Die Straßen sind breit genug. Und die Route führt euch direkt an der historischen Guinness Brauerei vorbei.

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