Gut zu wissen

Küssen verboten! Lippenstifte im Test

Bild: PlusPerfekt.de

Nur gut, dass die Prinzessin beim Küssen des Froschkönigs nicht geschminkt war. Sonst hätte ihn vielleicht noch vor seiner Verwandlung eine Schwermetallvergiftung dahin gerafft.

Sechs statt Sex!

Wir verderben euch den Spaß nur ungern, aber Öko-Test hat 22 klassische rote Lippenstifte gecheckt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur Naturkosmetik ist guten Gewissens zu empfehlen. Für fast alle konventionellen Lippenstifte gab es die Note sechs! Nur sieben Lippenstifte schneiden mit „sehr gut“ ab. Die Hauptprobleme sind Mineralölbestandteile und bedenkliche Farbstoffe. In einem Lippenstift hat das Labor sogar erhöhte Mengen des Schwermetalls Blei gefunden. Es kann sich im Körper anreichern und gilt als nervengiftig. Bereits geringe Mengen Blei können zu Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen führen.

Mund auf, Öl rein

Viele der konventionellen Lippenstifte bestehen zu einem großen Teil aus erdölbasierten Inhaltsstoffen. Diese können bedenkliche Mineralölbestandteile enthalten. Darunter auch solche, die bereits in kleinsten Mengen krebserregend sein können. Und da unsere Lippen nicht nur wunderschönes Beiwerk sind, sondern auch hin und wieder zum Essen, Sprechen und Küssen genutzt werden, schlucken wir im Laufe der Zeit eine ganze Menge davon versehentlich hinunter.

Lippenstift mit MOSH/POSH

Öko-Test hat die 22 Lippenstifte im Labor ausführlich untersuchen lassen. Gesättigte Kohlenwasserstoffe MOSH/POSH stecken in 14 Produkten. MOSH haben im Tierversuch die Leber geschädigt. Und weil MOSH sich im Körper anreichern, sind sie mittlerweile die größte Verunreinigung im menschlichen Körper. Aber auch Verunreinigungen mit sogenannten MOAH (aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen) hat das Labor in zwölf der Lippenstifte nachgewiesen. Sie können Bestandteile enthalten, die schon in kleinsten Mengen krebserregend sein können.

In 13 der Lippenstifte arbeiten die Hersteller mit mindestens einem der Färbemittel Tartrazin, Gelborange S oder Allurarot AC, um verschiedene Rotnuancen zu erzeugen. Diese können jedoch zu allergischen und Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Befinden sich diese Farbstoffe beispielsweise in oder auf Lebensmitteln, dann ist der Hinweis verpflichtend, dass sie die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen können.

Die ausführlichen Testergebnisse stehen im Öko-Test-Magazin März 2018. Es ist ab sofort im Zeitschriftenhandel erhältlich. Außerdem gibt es die Ergebnisse für 2,50 Euro auf Öko-Test.de zum Download.

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