Nackt, nur mit Farbe bemalt | Credits: Silvana Denker

Living Curves: Warum es so wichtig ist, die Sichtweise auf sich selbst zu ändern

Living Curves – Fünf Frauen, alle leiden an der Krankheit Lipödem, aber alle haben spätestens nach dem Shooting mit Silvana Denker den Frieden mit sich und dem eigenen Körper gefunden.

Oft lesen wir, dass sich Frauen mit dieser Erkrankung nicht mehr schön fühlen. Sich nicht mehr im Spiegel sehen möchten oder sich dem Partner nicht mehr hingeben können, da sie ein ganz verstörendes Selbstbild entwickelt haben. Einige sprechen sogar von „Entstellung“ und nennen sich gar „Monster“.

Die Krankheit Lipödem ist für jede Betroffene eine extreme Herausforderung, die mit vielen Schmerzen und Hürden einhergeht. Neben dem nicht vorhandenen Verständnis in der Gesellschaft, kämpfen wir auch gegen Ärzte, Krankenkassen und Therapeuten. Selbst innerhalb der Familie und Partnerschaft gibt es noch immer viele engstirnige Menschen, die uns nicht verstehen können oder wollen. Meist liegt es an Unwissenheit, aber auch sehr oft einfach am fehlenden Respekt, der fehlenden Akzeptanz und Toleranz gegenüber einem kranken Menschen.

Miss Lipo – Ein Leben mit Lipödem

Christiane Dillich alias Miss Lipo | Living Curves
Christiane Dillich | Initiatorin und Organisatorin von Living Curves

Mein Name ist Christiane Dillich, ich bin 37 Jahre alt und leide seit der Pubertät an der Krankheit Lipödem. Die Diagnose bekam ich Anfang 2014 durch eine Routineuntersuchung bei der damaligen und neuen Hausärztin.

Seit der Zeit bin ich als „Miss Lipo – Ein Leben mit Lipödem“ unterwegs und stehe den Frauen zur Seite, die zum einen Probleme mit der Krankheit in einem hohen Stadium haben und zeige zum anderen, wie lebenswert das Leben dennoch ist. Denn auch wenn wir oft mit Einschränkungen bestraft werden und viele Dinge durch die krankhafte Fettansammlung nicht mehr so ausüben können, wie wir es gerne möchten, lohnt es sich noch, Spaß am Leben zu haben.

Im Laufe der letzten Monate habe ich immer öfter die negativen Einstellungen der betroffenen Frauen gegenüber ihrem eigenen Körper erfahren und mir gedacht

„Mensch Chrissy, da muss was passieren. Es muss gezeigt werden, dass wir dennoch wunderschöne Frauen sind und wir trotzdem strahlend durch die Welt laufen können“.

Das Projekt soll zeigen, dass man sich und seinen Körper zu jeder Zeit und mit jeder Erkrankung annehmen kann – so wie wir sind.

Die eigene Akzeptanz soll aber nicht bedeuten, dass wir unsere Krankheit einfach hinnehmen und nicht für ein besseres Leben kämpfen, denn das tun wir jeden Tag. Es soll eher den Frauen Mut machen, die sich verstecken, die nicht raus gehen und keinen Spaß mehr am eigenen Körper haben. Gleichzeitig möchten wir zeigen, wie unterschiedlich die Gesichter dieser Erkrankung und wie unterschiedlich die Ausprägungen sind. Operiert oder nicht. Ab einem gewissen Stadium spielt auch Adipositas eine Rolle, oder es haben sich im Laufe der Zeit Begleiterkrankungen breit gemacht. Jede von uns hat ihre eigene Geschichte, ihren eigenen Leidensweg und ihre eigene Sicht auf diese Krankheit. Die eine hat mehr Schmerzen, die andere weniger, aber dennoch sind wir Betroffene, die uneingeschränkt zusammenhalten.

Ich wünsche mir von Herzen, das jede Frau sich nicht für andere ändert, sondern ihre Sichtweise, sich selbst im Spiegel zu betrachten.

Ich habe endlich JA zu mir und zu meinem Körper gesagt, denn er ist schließlich der Grund, warum ich heute der Mensch bin, der ich geworden bin!

Living Curves | Credits: Silvana Denker
Living Curves: Caroline Sprott, Christiane Dillich, Nina Uhlenbrock, Tanja Denise Ahrens, Carina Sberg Hair & Make-up: Jasmin Fronholt Fotografin: Silvana Denker

Wir wünschen uns von Herzen, dass jede Frau den Mut und die Kraft bekommt, sich anzunehmen und sich wieder zu zeigen. Manchmal ist es ein extrem langer Weg, aber er ist definitiv lohnenswert!

Lipödem: Jede zehnte Frau ist betroffen

Die ganze Planung bis zum Shooting dauerte neun Monate und hat sehr viel Zeit und Kraft gekostet. Zum Glück konnte ich ohne Probleme fünf wundervolle Frauen für meine Kampagne gewinnen, die ich alle schon von einigen Veranstaltungen oder privaten Treffen kannte. Wir suchten für unser Projekt Sponsoren, was eine große Aufgabe war. Entweder fanden wir kein Gehör oder man hat sich am Ende doch gegen entschieden, uns zu helfen. Vielleicht ist das wichtige Thema noch nicht bei jedem angekommen, wenn man überlegt, dass jede zehnte Frau allein in Deutschland am Lipödem erkrankt ist. Letztendlich haben wir am Ende Dank der Sanitätshäuser Janarium, Gäher und Binn sowie Dr. Deling aus Düsseldorf – inkl. einem kleinen Selbstkostenbeitrag – das Shooting doch noch umsetzen können.

Living Curves wird natürlich 2020 fortgesetzt. Auch im kommenden Jahr wird es wieder ein Shooting mit der Unterstützung von Silvana Denker geben. Sie hat für unser Projekt das perfekte Auge für Ästhetik. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass hier die Ideen aktuell nur so schreien und umgesetzt werden wollen.

Die Gedanken der Mädls zum Projekt

Carina Sberg

„Es war ein toller, ereignisreicher Tag; voller Emotionen & rundum guter Laune. Jede hat ihr Bestes gegeben und das Ergebnis ist ein Traum! Lebensfreude, Happiness und Zufriedenheit mit sich selbst, strahlt jede von uns aus.
Für mich persönlich war es ein anstrengendes Abenteuer. Doch hat es mir auch gezeigt, dass mit ein bisschen Mut und viel Freude so gut wie alles schaffbar ist!“

Caroline Sprott

„Nach all den gefochtenen Kämpfen, Jahren der Unsicherheiten und verzerrten Selbstbildern habe ich mit diesem Shooting im letzten Schritt mich von allem befreit. Zusammen mit diesen wunderschönen Frauen meine Hüllen fallen gelassen zu haben, war die Friedenserklärung an meinen Körper, an jede einzelne Narbe und jede Form, die er aufweist. Ich bin schön, wenn ich nicht darüber nachdenke und niemand und nichts kann mir dieses Gefühl geben, als ich selbst.“

Tanja Denise Ahrens

„Ich kam als flackerndes Licht zum Shooting mit kaum noch Kraft. Ging am Ende des Tages zu Tode erschöpft aber hell leuchtend mit viel Liebe im Herzen und MUT nach Hause.“

Nina Uhlenbrock

Neben der, ich denke normalen Nervosität (man macht ja nicht regelmäßig ein Shooting), habe ich mich riesig darüber gefreut einige der Mädels mal wieder zu treffen. Ich hatte ehrlich gesagt auch etwas Bauchweh, da ja auch Unterwäsche fotografiert werden sollte. Ich muss sagen, dadurch das wir uns alle sofort richtig gut verstanden haben, hat es mir eine gewisse Form an Sicherheit gegeben. Die gemeinsamen Bilder waren für mich leichter zu shooten als die Bilder von mir allein. Was ich allerdings NIE von mir gedacht hätte, dass ich mich jemals ausziehen würde. Hätte man mich am Morgen noch gefragt, hätte ich „im Leben nicht“ geantwortet. Nun ja, ich habe es gemacht und bin mega stolz auf mich, weil es ein großer Schritt für mich war um noch ein wenig „feiner“ mit mir zu werden. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle an diesem Tag und das Warten auf die Veröffentlichung der Bilder, war kaum auszuhalten, so sehr habe ich mich gefreut. Danke Chrissy, dass ich ein Teil der Living Curves sein darf.“

Silvana Denker

Auch wenn ich selbst nicht betroffen bin, so habe ich doch sehr oft mit dem Thema Lipödem zu tun. Viele meiner Freundinnen, aber auch Frauen, die zu meinen Shootings kommen oder an meinen Kampagnen teilnehmen, haben diese Diagnose. Durch meine BodyLove Kampagne haben sogar einige erst herausgefunden, dass sie ebenfalls betroffen sind. Ich verfolge bei vielen Frauen den Kampf mit den Krankenkassen und den Leidensdruck sowie die öffentlichen Vorurteile.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als vor ein paar Monaten Tanja Ahrens auf mich zukam und von der Kampagnen-Idee zu Living Curves erzählte und mich fragte, ob ich als Fotografin Teil werden möchte. Da ich immer der Meinung bin, dass man nicht genug aufklären und Zeichen setzen kann, habe ich sofort zugesagt. Schön fand ich, dass ich auch eigene Ideen mit einbringen konnte und so sind letztendlich wundervolle Fotos entstanden, die schöne, starke, selbstbewusste und glückliche Frauen zeigen, die sich nicht durch ihre Erkrankung unterkriegen lassen, die ihr Leben dennoch in vollen Zügen genießen und sich genauso sexy und fraulich fühlen wie andere auch. Wie viel Spaß wir an dem Tag gemeinsam hatten, strahlen die Fotos ebenfalls aus und ich bin stolz und glücklich, einen kleinen Beitrag beisteuern zu können. Mädels, es war mir eine Ehre und Freude.

Chrissy

Für mich war die ganze Vorbereitungszeit schon sehr aufregend, aber trotzdem war ich nervös, ob wir auch wirklich das umsetzen konnten, was mir schon länger im Kopf rum schwirrte. Als dann nach der letzen Nervosität endlich das Shooting anstand, war ich mehr als hippelig, ob auch wirklich alles funktioniert. Zum einen habe ich mich sehr auf Silvana gefreut und zum anderen sind solche Treffen mit so starken Frauen immer etwas ganz Besonderes. Das Shooting selbst hat extrem viel Spaß gemacht, denn es lief eigentlich von alleine. Keine hatte groß Probleme, sich vor der Kamera zu zeigen. Es war von Anfang an klar, dass das ganze Ausmaß der Erkrankung nur mit nackter Haut zu sehen ist. Jede Delle, jeder blaue Fleck – einfach alles, was das Lipödem mit sich bringt.

Aber das wir dann am Ende sogar nackt vor der Kamera saßen, war einfach unglaublich. Wir haben uns gegenseitig und mit völliger Selbstverständlichkeit mit Farbe bemalt, als ob es etwas ganz Normales wäre. Es war für uns auch absolut kein Thema, dies nicht zu tun. Ich glaube, dass wir Silvana voll und ganz vertraut haben und so uns ohne Kleidung, nur mit Farbe bemalt ablichten ließen.

Dieser Tag hat so unendlich viel für meine Einstellung zu mir selber getan, dass ich ein solches Shooting nur jedem empfehlen kann.

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Die Teilnehmerinnen von „Living Curves“ in den Sozialen Medien

Tanja Denise Ahrens
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Christiane Dillich
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Nina Uhlenbrock
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