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Wenn einer einer Reise tut – Do’s and Don’ts im europäischen Ausland

Bild: PlusPerfekt

Die Urlaubszeit ist da und es zieht uns in fremde Länder. Doch wissen wir auch wie wir uns dort verhalten sollten? Stilexpertin Janine Katharina Pötsch hat die wichtigsten Gepflogenheiten im europäischen Ausland für uns zusammengestellt. Hier ihre Tipps um Fauxpas und Fettnäpfchen-Alarm zu vermeiden. 

Bulgarien
Begrüßt Einheimische mit Handschlag und gutem Blickkontakt. Bezahlt Rechnungen niemals getrennt. Kopfschütteln bedeutet hier „ja“. Ein Kopfnicken „nein“. Solltet ihr zum Essen eingeladen sein, wartet, bis der Gastgeber die Tafel eröffnet und geht niemals zu früh. Die Bulgaren sind sehr gesellig. Achtet beim Small-Talk auf Themen wie bulgarische Kultur oder landestypische Spezialitäten. Die Trinkgeldhöhe beträgt 5 bis 10 Prozent.

Dänemark
Ein guter Handschlag mit Blickkontakt gehört zum guten Ton bei der Begrüßung. Dänen gehen schnell zum du über. Und sie kommen gerne ohne Small-Talk zum Punkt. Bei Einladungen gilt: Pünktlichkeit, Schuhe ausziehen und ein kleines Geschenk mitbringen. Im Restaurant zahlt jeder seine Rechnung selbst. 10 Prozent Trinkgeld sind üblich. Am Tag fährt man mit Abblendlicht. In der Öffentlichkeit herrscht Rauchverbot. Oben ohne und FKK ist erlaubt.

Frankreich
Die Begrüßung erfolgt nur mit einem flüchtigen Handschlag. Franzosen lieben es förmlich und sind werteorientiert. Wichtige Small-Talk Themen sind Mode, Essen und Musik. „Oben ohne“ wird oftmals nicht toleriert. Achtet bei Tisch darauf, erst die anderen zu fragen, bevor ihr nachreicht oder nachschenkt. Das Trinkgeld in Höhe von 10 Prozent wird direkt auf den Tisch gelegt.

Griechenland
Begrüßt Griechen nur verbal. Kein Handschlag. Beim Small-Talk punktet ihr mit Heldentaten und Götter der Antike. Die Griechen sind gastfreundlich. Lehnt  Einladungen oder angebotene Sachen nicht ab. Kleine Geschenke als Geste der Wertschätzung sind gerne gesehen. Bestellt zum Nachtisch Ouzo oder griechischen Kaffee. Als Trinkgeld empfiehlt es sich 5 bis 10 Prozent zu geben.

Grossbritanien
„How do you do?“ ist die klassische Begrüßung. Ohne Handschlag. Die Gegenantwort:  „Thank you. How do you do?“. Briten sind traditionsbewusst und verehren das Königshaus. Redet beim Small-Talk über Wetter, Sport und Literatur. Trinkgeld wird hier mit 15 bis 20 Prozent bemessen. Empfehlenswert sind die Tea-Time Zerominien, die allerdings vor 17 Uhr stattfinden. Um 17 Uhr wird nur Tee serviert. Bei Einladungen wir Pünktlichkeit erwartet.

Kroatien
Reicht Einheimischen zur Begrüßung die Hand. Die Anrede lautet „Herr Meier“. Bringt bei Einladungen unbedingt ein kleines Geschenk mit. Verabschiedet euch spätestens um 23 Uhr und bedankt euch nochmals für die Einladung. Kroaten betrachten sich selbst gerne als Mitteleuropäer. Sie sind schnell beleidigt über eine Zuordnung zum Balkan oder zu Osteuropa. Die Promille-Grenze liegt bei 0,0. Auch tagsüber mit Licht fahren. Oben ohne und FKK ist fast überall erlaubt. Das Trinkgeld ist in der Rechnung enthalten. Ein Tipp ist jedoch immer gerne gesehen

Italien
Reicht Italienern zur Begrüßung die Hand und haltet guten Blickkontakt. Nach dem ersten Kennenlernen geht man schnell zum du über. Mit Gesprächen über Essen, Sport und Kultur liegt ihr immer richtig. Kommt bei Einladungen besser 15 bis 20 Minuten später. Lobt unbedingt die leckeren Speisen. Trinkgeld ist zwar nicht üblich, aber gerne gesehen. FKK und oben ohne wird nicht überall gerne gesehen.

Niederlande
Stellt euch mit Vor- und Nachnamen vor. Jedoch ohne Handschlag. Beliebte Gesprächsthemen sind die Monarchie, Musik, Sport und Kunst.  Bei privaten Einladungen wird der Tisch eröffnet, wenn die Gastgeberin oder die älteste Dame am Tisch sitzt. Niederländer sind sehr bescheiden, daher ist das Trinkgeld in der Rechnung bereits enthalten, wird aber trotzdem gerne als kleinen Tipp gesehen.

Österreich
Die Begrüßung erfolgt mit Handschlag und „Grüß Gott“ oder „Guten Tag“. Frauen werden immer zuerst und oft auch noch mit Handkuss begrüßt. Duzen gilt als unhöflich. Titel werden in der Anrede eingebunden. Österreicher lieben beim Small-Talk klassische Themen wie Musik (Strauß oder Mozart), Kunst, Kultur, Architektur und Wintersport. Seit bei Einladungen unbedingt pünktlich. Der Hausherr spricht vor dem Essen immer einen Toast. Im Restaurant sind 5 bis 10 Prozent Trinkgeld üblich. Höflichkeit und Zurückhaltung ist an der Tagesordnung.

Polen
Zur Begrüßung wird die Hand gereicht. Die Anrede erfolgt mit „Herr Meier“ (Pan) oder „Frau Meier“ (Pani). Familienthemen kommen bei Gesprächen immer gut an. Bei Einladungen solltet ihr besser die akademische Zeit berücksichtigen. Zieht die Schuhe aus und bringt unbedingt ein kleines Geschenk mit. Plant im Restaurant 10 Prozent Trinkgeld ein. Polen sind sehr gläubig und daher ist „oben ohne“ tabu. Hier gelten auch noch die Höflichkeitsgesten für Damen.

Schweiz
Hier erfolgt die Begrüßung auch mit Handschlag und Blickkontakt. Wangenküsse sind in der französischen und italienischen Schweiz üblich. Willkommene Gesprächsthemen sind Weltpolitik, Reisen, Wintersport und Kultur. Stellt keine persönlichen Fragen zu Alter, Beruf und sozialem Status. Lehnt bei privaten Einladungen keine Speisen ab, wenn ihr den Hausherrn oder die Hausdame nicht beleidigen möchtet. Trinkgeld wird oft aufgerundet. Bescheidenheit und Understatement ist an der Tagesordnung.

Spanien
Reicht Einheimischen die Hand und haltet guten Blickkontakt bei der Begrüßung. Small-Talk-Themen sind Wetter, Urlaub, Wein und / oder Fußball. Wenn ihr eingeladen werdet, dürft ihr 30 Minuten zu spät kommen. Lobt und kostet unbedingt alle Speisen. Trinkgeld in Höhe von 10 bis 15 Prozent wird auf dem Tisch gelassen. Flucht niemals in Anwesenheit von Einheimischen. Kirchen sollten nur außerhalb von Messen und in angemessener Kleidung besichtigt werden.

Tschechien
Der Mann wartet bei der Begrüßung bis die Frau ihm die Hand reicht. Auch hier gilt „Herr Meier“ (Pan) und „Frau Maier“ (Pani). Erkundigt euch nach der Familie oder redet über Literatur, Musik und Sport wie beispielsweise Fußball oder Eishockey. Tschechen sind sehr höflich und zurückhaltend. Bei Privateinladungen unbedingt pünktlich sein. Im Restaurant 5 bis 10 Prozent als Trinkgeld einplanen. Die Promille-Grenze liegt bei 0,0. Am Tag Abblendlicht beim Auto fahren.

Ungarn
Die Begrüßung erfolgt per Handschlag. Der Herr wartet bis die Dame ihm die Hand anbietet. Vorgestellt wird mit dem Familiennamen. Small-Talk Themen sind Familie, Kultur und Tradition aus Ungarn. Lehnt Einladungen niemals ab und bringt dem Gastgeber / der Gastgeberin ein Präsent mit.

Quelle: Expertin für Stil und Umgangsformen Janine Katharina Pötsch

 

 

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