ReiseLust

Review: St. Patrick’s Day – Einmal im Leben irisch sein.

Bild: PlusPerfekt.de

Dia Dhuit. Ich heiße Ann-Christin. Und heute bin ich Irin…

Eine Farbe. Eine Stadt. Eine halbe Million feiernde Menschen. Ich stehe in der Dame Street. Direkt in der Altstadt Dublins. In meiner Hand ein Cider. Es ist 12 Uhr. Auf der Anzeigetafel hinter mir läuft der Countdown bis die Saint Patrick’s Parade bei uns ankommt. 40 Minuten. 20 Minuten. Dann wieder 40 Minuten. Alles in allem keine ungewöhnliche Zeitrechnung für Irland. Man hat hier Zeit. Die Menschen um mich herum tragen grüne Hüte. Schals. Klebebärte in Karotten-Orange. Ein Mann in einem aufblasbaren grünen Anzug läuft an mir vorbei. Er lacht mich an. Ich lache zurück.

„Imagine if…“

Bevor es los geht, lasst mich euch die Fakten geben: In der Theorie ist der Saint Patrick’s Day nicht nur eine wilde Feierei mit Guiness und grünen Hüten. Es ist der irische Nationalfeiertag in Gedenken an den Heiligen Patrick von Irland. Im fünften Jahrhundert hat er die Schlangen aus Irland vertrieben und den katholischen Glauben gebracht. Toller Typ.

Die St. Patrick’s Day Parade, oder wie es hier zu Lande genannt wird: Die St. Paddy’s Day Parade dient heute als ein stolzes Ventil für die Kreativität und Innovation der Iren und irisch Stämmigen.

Das Motto des St. Paddy’s Day 2016 ist „Imagine if…“, zu deutsch „Stell dir vor…“. Und als wäre das nicht schon rührend genug, ging die Aufforderung an Irlands Jugend. Wie stellen sich die Kinder die Welt in 100 Jahren vor? Sämtliche Ideen, Bilder und Geschichten wurden dann von den Teilnehmern der Parade umgesetzt. Was heraus kam? Schaut es euch in der Bilderstrecke an!

Die Parade selbst beginnt mit der Kutsche des irischen Präsidenten. Ein beeindruckender Anfang. Noch beeindruckender ist, was folgt: Riesige, aufgeblasene Elefanten. Drei Meter hohe Pflanzen-Menschen. Verkleidete Live-Bands auf den Wägen. Ich hatte bereits einiges erwartet. Aber der tatsächliche Aufwand, der hinter den Kostümen und Wägen steckt, raubt mir den Atem.

Kaum ist die Parade zu Ende, heißt es: Lauf! Und zwar zu den nächsten Pubs. Wartet man zu lange, gibt es keine Chance noch einen freien STEHPLATZ zu ergattern. Die Feierlichkeiten ziehen sich über den Nachmittag in die Nacht. Man findet kaum einen Pub, eine Bar, ein Restaurant, das nicht voll ist. Es ist verrückt, teuer und gleichzeitig wahnsinnig aufregend. Zu Recht steht der Saint Patrick’s Day bei Vielen auf der Bucket-List!

Reiseplanung 1.0

Wer jetzt Lust bekommen hat, sollte sich gleich ans Buchen machen. Die Hotels und Hostels sind bereits Monate vorher ausgebucht. Und wer jetzt sagt: „Schlaf? Den brauche ich nicht.“ Dem gebe ich meinen persönlichen Rat: Ohne Pause in der Stadt unterwegs zu sein, sollte man sich gründlich überlegen. Die Parade beginnt um 12 Uhr. Für einen guten Platz sollte man eine Stunde vorher da sein. Es ist frisch und die Toiletten werden in den meisten Pubs und Restaurants für Passanten fest verschlossen. 24 wache Stunden auf dem St. Paddy’s Day sind also eine Herausforderung. Alles in allem aber auch eine Erfahrung, die man so schnell nicht vergessen wird…

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