„Oversize“ ist ein Begriff aus dem Englischen und bedeutet im Deutschen einfach nur Übergröße. Doch entscheidend für den Oversized-Style ist nicht die Größe der Kleidung, sondern die beabsichtigte Silhouette des Outfits. Statt körpernaher Passformen sind Weite, Länge und Volumen angesagt.
– Foto KI-generiert mit OpenAI –
Oversized – kein neues Phänomen
Bereits in den 1920er-Jahren setzten Frauen auf fließende Schnitte und Kleidung, die ihnen Bewegungsfreiheit ermöglichte. Sie hatten genug von den einengenden Korsetts. Ein Mix aus femininen und maskulinen Elementen war angesagt. Und so trugen Frauen weite Hosen, Hemden und Anzüge. In den 1980er und 1990er-Jahren kehrte der Oversized-Style mit XL-Blazern und markanten Schulterpolstern zurück und mit ihm die Baggy-Ästhetik der Hip-Hop-Szene. Street Culture und Skater-Einflüsse fanden ihren Weg auch in die Herren Haute Couture und sind mittlerweile fester Bestandteil der Männermode.
Für Männer mit kräftiger Statur eröffnet der Oversized-Style viele Optionen. Die großzügigen Schnitte bieten Komfort, ohne zu dominant zu wirken und sie schaffen eine visuelle Balance. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Proportionen und Materialien. Sie geben dem Outfit Struktur und eine Silhouette, in die Schultern und Oberkörper harmonisch eingebunden sind. Ein Style, der modern, souverän und selbstbewusst, aber keinesfalls überdimensioniert wirkt.
Wie gelingt ein souveräner Oversized-Look für mehrgewichtige Männer?
Ein gelungener Oversized-Look lebt von Balance. Entscheidend sind bewusst gesetzte Weiten, die locker fallen und dennoch präzise sitzen. Weite Pieces benötigen klare Gegenpole. Struktur, Länge und Material bestimmen den Eindruck stärker als reine Größe. Oversize darf nicht mit beliebig groß verwechselt werden. Kleidung für starke Männer muss ausreichend Raum bieten, aber zugleich eine definierte Linie behalten. Größere Männer können Volumen souverän tragen, bei geringerer Körpergröße wirkt Zurückhaltung meist optisch stimmiger.
Basics für den Styling-Alltag
- Oversized-Oberteile mit Pants in Regular Fit kombinieren. Das sorgt für eine harmonische Silhouette.
- Auf stabile Stoffe achten, die nicht auftragen. Sie punkten durch ein höheres Stoffgewicht und/oder eine dichtere Webart. Das Material fällt kontrolliert und leiert nicht so schnell aus.
- Die Längen mit Bedacht wählen. Oberteile sollten den Körper optisch strecken und nicht stauchen.
- Mit Gegensätzen spielen. Weit geschnittene Pants zu einem körpernahen Shirt, eine schmale Hose zu einem Oversized Hemd.
- Komplette Oversized Outfits punkten durch monochrome Pieces aus hochwertigen Materialen.
Layering für Profis
Zum Trenchcoat einen großzügig geschnittenen Pullover oder Hoodie. Die Kapuze des Hoodies über dem Mantel tragen. Unter dem „Oberteil“ ein Hemd, dessen Saum lässig unter dem Bund hervor spitzt. Dazu Regular Fit Pants, Sneakers oder derbe Lederboots. Einen klassischen Touch bekommt der Look mit Chelsea Boots und cleanen Lederschuhen.

Welche Pieces eignen sich für den Oversized-Style?
Im Mittelpunkt stehen Oberteile mit weiter Passform. Ein hochwertiges Hemd in großzügigem Schnitt ist ein zentrales Element, aber auch Shirts, idealerweise aus festen Materialien, Hoodies und Pullover. Jacken und Blazer im Oversized-Stil funktionieren besonders gut, wenn sowohl die Schulterpartie als auch die Ärmel klar definiert sind und damit dem Look Kontur geben. Farben wie Schwarz, Dunkelblau, Grau oder gedeckte Erdtöne unterstützen eine ruhige Optik. Muster sollten gezielt eingesetzt werden, damit der Fokus auf der Passform bleibt und nicht der Print zum Eyecatcher wird.
Worauf sollte bei Materialien und Cuts geachtet werden?
Die Materialwahl beeinflusst den Gesamteindruck stärker als meist angenommen. Baumwolle, Viskose oder Mischgewebe mit Stand sorgen dafür, dass Oversized-Styles ihre Form behalten. Zu dünne Materialien liegen oftmals am Körper an, können formlos und schlapprig wirken. Zu massive Stoffe tragen meist auf. Details wie die Form des Kragens, der Knopfleiste und sogar die Ärmelabschlüsse schaffen Struktur. Sie lenken den Blick und geben ihm Orientierung.

Welche Fehler gilt es zu vermeiden?
Ob ein Oversized-Look wirklich stylisch wirkt, entscheidet die Kombination. Häufig scheitert er an der Balance der Proportionen, wie beispielsweise bei komplett weiten Outfits, bei denen kein Kontrast zwischen Ober- und Unterteil besteht. Gleiches gilt für zu kurze oder zu lange Oberteile oder Kombinationen ohne klare Kontur und ohne Farbkonzept.
Oversized funktioniert im Alltag ebenso wie im Office. Entscheidend ist das Zusammenspiel der Kleidungsstücke. Jedes Teil braucht Bezug zum Gesamtlook. Accessoires wie Gürtel, Uhr oder Tasche setzen Akzente und geben Struktur. So entsteht ein Look, der bequem ist, souverän wirkt und die modischen Stärken kräftiger Männer sichtbar macht.

