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Fischers Fritz: Luxus-Taschen aus Fischleder von Realtrue

Credits: Realtrue

Auf den Fisch gekommen: Die Schweizer Designerin Caroline Hirt von Realtrue präsentiert in der Vox-Serie „Höhle der Löwen“ ihre Luxus-Handtaschen aus Fischleder. Das Besondere? Besagter Fisch ist der vom Aussterben bedrohte Arapaima, Brasiliens größter Speisefisch.

Was als einfacher Surfurlaub in Brasilien begann, endete in einer Geschäftsidee.

Die gelernte Grafikerin Caroline Hirt stieß im Amazonas auf den dort heimischen Arapaima, in Südamerika auch Pirarucu genannt. Er erinnert mit seinem prähistorischen Aussehen eher an die Zeit der Dinosaurier, als an High Fashion. Tatsächlich hat sich der Arapaima seit fünf Millionen Jahren kaum verändert. Etwas, dass nicht jeder von sich sagen kann.

Teilweise über 2 Meter lang und bis zu 130 kg schwer, gelten diese Fische nicht nur als einer der größten Süßwasserfische weltweit, sondern auch als südamerikanische Delikatesse. Dank grätenlosem, mildem Fleisch ist der Fisch ein beliebtes Gericht bei Touristen und Einheimischen. Sogar die harten Schuppen des Fisches werden als Nagelfeilen genutzt. Nur die Haut wird nicht verwertet. Sie ist nicht zum Verzehr geeignet und wurde bislang entweder direkt zurück in den Fluss geworfen oder verbrannt. Hier sah Hirt ihre Chance: Warum nicht mit dem exotischen Material arbeiten?

Das Material gibt das Design an

Das Fischleder für die Luxus-Taschen kommt aus einer Gerberei in San Francisco, die laut Website eng mit den Arapaima-Fischern aus Brasilien zusammenarbeitet. In Form kommt die Tasche in Italien, bis sie dann über den Schweizer Onlineshop verkauft wird. Jedes Modell gibt es in verschiedenen Farbtönungen, die die Vielfalt Brasiliens widerspiegeln sollen. Die Form der Tasche sei abhängig vom Material, betont die Designerin. Durch minimalistische Schnitte will sie das hochwertige Fischleder in den Vordergrund stellen.

Eine rundum nachhaltige Geschichte, wäre da nicht diese Kleinigkeit: Durch die große kulinarische Beliebtheit des Arapaima ist er wegen unkontrollierter Überfischung vom Aussterben bedroht. Die Ressource ist begrenzt. Vielleicht hat deswegen keiner der „Löwen“ in Caroline Hirts Marke investiert. Fakt bleibt, Nachhaltigkeit hat viele Gesichter. Vermeintliche Abfallprodukte wiederzuverwerten ist sicher ein interessanter Ansatz, dessen weitere Entwicklung man gespannt beobachten darf. Mit einer begrenzten Ressource vernünftig und nachhaltig zu wirtschaften ist in jedem Fall ein Gewinn.

 

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