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Make Your Own Fashion: Warum Nähen so angesagt ist

DIY ist en Vogue. In den Sozialen Medien wie im wahren Leben. Man geht zum Malen zur ArtNight, zum Stricken ins Strickcafe, zum Nähen ins Näh-Cafe oder an die eigene Nähmaschine.

Protokoll einer Leidenschaft

Eigentlich bin ich schon immer eine leidenschaftliche Hobby-Schneiderin. Und curvy noch dazu. Dass frau da oft nicht die angesagtesten Trends bekommt, oder aber die Teile überladen mit irgendwelchen merkwürdigen Applikationen sind, das kennst du sicherlich auch. Ich hatte das Glück, dass meine Mutter mir die Basics des Nähens beibrachte und so nähte ich – ohne Übertreibung – stylische Röcke, Jacken und, last but not least, zwei atemberaubende Ballkleider. Selbst Freundinnen haben meist nicht erkannt, dass es sich um Eigenkreationen handelte. Wurde ich gefragt, woher die Outfits sind, erntete ich mit meiner Antwort „Boutique Christine“ bewundernde Blicke. An der Stelle sollte ich erwähnen, dass das zwar mein Vorname ist, es aber in der benachbarten Kleinstadt tatsächlich eine exklusive „Boutique Christine“ gab, die führte aber weder meine Konfektionsgröße noch entsprachen die Preise meinem Budget.

Nahezu nichts ist unmöglich

Gerade wenn du einen etwas ausgefallenen Geschmack hast oder deine Konturen nicht den Mainstream-Normen entsprechen, eröffnet dir das Nähen eine komplett neue Modewelt. Nahezu nichts ist unmöglich. Vom Upcycling des Rocks der letzten Saison bis hin zum kreativen Neudesign eines kompletten Outfits. Solltest du unsicher sein, oder hier und da Hilfestellung brauchen, besuch einen Nähkurs, beispielsweise bei der Volkshochschule oder schau dir ganz bequem online einen Overlock Nähkurs an. Hier bekommst du in deinem Arbeitstempo Schritt für Schritt erklärt, was als Nächstes zu tun ist.

Auf die Haptik kommt es an

Am Anfang solltest du mit Schnittmustern arbeiten. Es gibt sie mit Klassifizierungen von Anfänger bis Profi. Teilweise findest du sie sogar kostenlos zum Download. Auch Stoffe kannst du online kaufen. Nähanfängern empfehle ich jedoch ganz klassisch das Stoffgeschäft. Die Haptik spielt bei Stoffen eine große Rolle. Eva Lutz, die Gründerin von Minx und Sallie Sahne, sagte mal im Interview, sie wäre bei den Stoffhändler bekannt dafür, dass sie die Materialien erst einmal erfühlen muss. Und sie ist Profi! Außerdem gibt es bei den erfahrenen Verkäuferinnen jede Menge Tipps und Tricks zur Verarbeitung.

Nachhaltigkeit – ein großes Thema

Auch wenn es dir beim Nähen nicht um Werte wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz geht, so setzt du doch damit ein Zeichen gegen Fast Fashion und unsere Wegwerf-Mentalität. Wer nähen kann, kann schließlich selbst eine Hose enger oder weiter machen, etwas ausbessern oder ein Outfit umgestalten. Und vielleicht wird so ein älteres Kleid wieder zu deinem Lieblingsstück.

Übrigens!

Ein paar „Häckchen“ hatten meine rudimentären Nähkenntnisse dann doch. Ich konnte weder einen Reißverschluss noch Knopflöcher nähen. Also musste ich alle Schnittmuster und Kreationen so „umdesignen“, dass sie entweder mit Gummizug, Klettband, zum Schlupfen oder mit Druckknöpfen waren. Aber was soll ich sagen: Not macht erfinderisch und jede neue Lösung mehr als glücklich!