Sonnenschutz first!

Warum du auf das Bräunen im Solarium verzichten solltest

Knackig Braun auf Knopfdruck. Für viele gehört der Gang ins Sonnenstudio zum Alltag. Doch so attraktiv sonnengebräunte Haut auch aussehen mag, so gefährlich kann die Bräune auch sein. Intensive UV-Bestrahlung kann zu Hautschäden und vorzeitiger Hautalterung führen. Und sie erhöht das Risiko an Hautkrebs zu erkranken, davor warnen Experten schon lange. Dass UV-Strahlen auch unser Immunsystem schwächen, darüber informieren jetzt die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

Nach aktuellen Hochrechnungen erkranken derzeit bundesweit jedes Jahr rund 272.000 Menschen an Hautkrebs, davon über 37.000 am malignen Melanom, dem gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Der wichtigste Risikofaktor ist erwiesenermaßen die UV-Strahlung. Dies gilt für die natürlichen UV-Strahlen der Sonne und die künstlich in Solarien erzeugten.

High Noon für die Haut

Wichtig ist dabei zu wissen, dass die Intensität der UV-Strahlung in Solarien erheblich höher ist als die der Sonne in unseren Breitengraden. In Deutschland gilt deshalb seit 2012 die UV-Schutz-Verordnung. Sie legt eine maximale Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt pro Quadratmeter fest. Dieser Wert entspricht der Intensität der Äquator-Sonne mittags um 12 Uhr bei wolkenlosem Himmel. Im UV-Index ausgedrückt ist das UVI 12 und ist der Kategorie „Extrem“ gleichzusetzen. Normalerweise sind hier Schutzmaßnahmen „absolut erforderlich“. Der UVI ist ein international einheitliches Maß und beschreibt die Sonnenbrand wirksame Intensität der UV-Strahlen. Das künstliche Besonnen sei daher selbst bei gewissenhaftem Umsetzen der UV-Schutz-Verordnung mit großen gesundheitlichen Risiken verbunden, so die Experten.

Die Immunabwehr wird geschwächt

Nach einer UV-Bestrahlung werden in der Haut zahlreiche miteinander verbundene Reaktionen ausgelöst, die die Immunabwehr unseres Körpers schwächen. Verschiedene Zelltypen der Haut und der Immunabwehr sowie eine Vielzahl zelleigener Botenstoffe sind daran in komplizierter Wechselwirkung beteiligt. Die Folge: Der Körper ist mehrere Tage anfälliger für Infektionen jeglicher Art. Dass das Immunsystem geschwächt ist, zeigt sich „beispielsweise am Auftreten von Lippenbläschen, auch als Herpes simplex bekannt, oder daran, dass sich eine Erkältung nach dem Aufenthalt in der Sonne verschlechtert“, erklärt Professor Dr. Eckhard Breitbart. Er ist Dermatologe und Vorsitzender der ADP. Am besten bereits bei einer einfachen Erkältung UV-Strahlung vermeiden, empfiehlt daher das Bundesamt für Strahlenschutz.

„Gerade in Zeiten der allgegenwärtigen Gefahr einer Infektion mit dem Corona-Virus sollten wir darauf achten, dass unsere körpereigene Immunabwehr bestmöglich funktioniert und sie nicht durch Solarienbesuche geschwächt wird“, warnt Breitbart. „Die Abwehr von Erregern wie Viren, Bakterien und Pilzen ist deutlich herabgesetzt. Auch parasitäre Erkrankungen wie Leishmaniose, Bilharziose oder Malaria verlaufen schwerer und länger nach UV-Exposition.“ Schon vor über 100 Jahren entdeckte der Nobelpreisträger Niels Finsen, dass sich der Verlauf einer Lungentuberkulose durch UV-Strahlung signifikant verschlechtert.

„Gehen Sie nicht ins Solarium“, mahnt der „Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf internationaler Ebene sind sich einig, dass es keine gesundheitlich unbedenkliche Nutzung von Solarien gibt (Scheer-Opinion 2016).

Detaillierte Infos über UV-Strahlung und Hautkrebs gibt es unter unserehaut.de und krebshilfe.de.

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