Gut zu wissen Mode

Was Plus Size Frauen wirklich wollen …

Gute Passform, mehr Auswahl - Was Plus Size Frauen in Sache Mode wirklich wollen!

… haben wir unsere Leserinnen gefragt.

Fast die Hälfte aller deutschen Frauen weicht von der „vermeintlichen“ Norm ab, trägt Konfektionsgröße 42 und größer. Rund ein Drittel hat Größe 44 plus. Darunter immer mehr junge Frauen.

Statussymbol, Zugehörigkeit und gleichzeitig Abgrenzung! Für all das steht Mode. Das gilt für Plus Size ebenso wie für „Normalgrößen“. Mit einem gravierenden Unterschied. Während schlanke Frauen ihre Lieblingsmode kaufen können, fühlen sich Curvys oft vergessen. Von der Modeindustrie schlichtweg ignoriert. Sie haben sogar den Eindruck, dass manche Textilgeschäfte keine übergewichtigen Kundinnen haben möchten. Dass sie mitleidig angesehen oder nur geduldet werden. Man ihnen eigentlich gar nichts verkaufen möchte. Die Auswahl in den meisten Geschäften ist minimal. Die Plus Size Abteilung wird in die letzte Ecke der Verkaufsfläche verbannt. Wo bitte ist die chice Mode? Das stylische, trendige Outfit für die tollen Frauen jenseits der Konfektionsgröße 44?

Vor ein paar Jahren sahen die Bedürfnisse der Plus Size Frauen noch anders aus. Vielen Frauen war die große Konfektionsgröße peinlich. Oft schämten sie sich dafür. Schließlich bekamen und bekommen sie jeden Tag in den Medien und von der Gesellschaft gesagt, dass Übergewichtige undiszipliniert sind. Unschön anzusehen. Sie treiben keinen Sport. Sitzen nur auf dem Sofa. Die Frauen bedienten sich der Kleidung, die es zu kaufen gab.

Doch es vollzieht sich ein Wandel. Die Plus Size Ladies von heute sind es leid sich verändern zu müssen. Sich permanent dem Pseudo-Idealbild anpassen zu müssen.

Nennen wir es Emanzipation Plus Size

Viele mollige Frauen stehen zu ihrem Körper. Noch nicht alle – aber es werden immer mehr. Immerhin acht von zehn Frauen mit Konfektionsgröße 42 oder größer, sind mit ihrem Körper zufrieden. Das ergab eine Emnid-Umfrage für Studio Untold, ein Unternehmen der Popken Gruppe. 63 Prozent würden zwar gerne ein bisschen abnehmen, fühlen sich aber dennoch in ihrem Körper wohl.

Frauen möchten sich dem Diätwahn nicht mehr unterwerfen. Gesunde Ernährung ja. Aber nicht mehr schlank sein um jeden Preis. Lebensfreude und Lebenslust statt Lebensfrust. Und wenn sie sich verändern, dann passiert es zu ihren eigenen Bedingungen.

Es gibt ein neues Selbstbewusstsein. Geprägt von prominenten, wunderschönen Plus Size Models wie Hayley Hasselhof, Ashley Graham, Angelina Kirsch, Christin Thomsen, Sandy Dietrich, Laura Goymann und Caterina Pogorzelski (auch bekannt als Bloggerin Megabambi) – um nur einige zu nennen. Aber auch von vielen Plus Size Bloggerinnen wie Ulrike Bartos (Miss Bartoz), Katharina Zwink (Kathastrophal) oder Tanja Marfo (Kurvenrausch). Sie inszenieren und fotografieren sich mit Curvy Mode und prägen so für viele Frauen ein neues Selbstbewusstsein. Peu a peu wird es in den Alltag übertragen und gerade von den jungen Frauen gelebt.

Und so gibt es verschiedene Gruppen von Plus Size Ladies. Jene, die sich gerne modisch kleiden, „hier und da“ aber noch ein wenig verstecken und kaschieren möchten. Und curvy Fashionistas, die zu ihren Konturen stehen und keinerlei Einbuße in Sachen Trend und Style machen möchten.

Shopping-Frust statt Shopping-Lust?

Wir haben unsere Leserinnen gefragt: Wo kauft ihr am liebsten eure Kleidung? Gut ein Drittel shoppt online. Nur 18 Prozent verlassen sich auf den Textileinzelhandel vor Ort. 49 Prozent kaufen mal im Laden, mal im Onlineshop.

Schluss mit altbackener Mode! Das sagen fast 90 Prozent der Befragten. Zwei Drittel gefällt die in den Ladengeschäften und Boutiquen angebotene Übergrößen-Mode nicht. Die Große-Größen-Abteilung ist ihnen zu klein. Die Auswahl an Curvy Mode zu gering. Die angebotenen Outfits sind nicht stylisch. Sie möchten mehr hochwertige, mehr feminine Kleidung.

Bei den Erwartungen an den Textileinzelhandel haben Plus Size Ladies konkrete Vorstellungen: Große Größen Mode darf nicht mehr im „Abseits“ oder gar kurz vor der Toilettentür präsentiert werden. Das Schaufenster soll „curvy“ sein. Fast die Hälfte der Frauen möchte, dass sich die Einzelhändler auch nach aussen zu Plus Size „bekennen“.

Persönliche Befindlichkeiten spielen beim Kauf von Kleidung eine sehr große Rolle. Fast 60 Prozent der Befragten möchte von Verkäuferinnen bedient werden, die wissen, wo es bei Plus Size Mädels zwickt. Verkaufspersonal mit mitleidigen oder gar abwertenden Blicken geht gar nicht! Gerade junge Kundinnen wünschen sich junge Verkäuferinnen, die sie verstehen. Gerne auch mit fülliger Figur. Sie sollen stylish gekleidet sein. Sollen zeigen was gerade in ist. Das Verkaufspersonal soll gut geschult sein. Soll kompetente Tipps geben können. Gerade dann, wenn es darum geht Problemzonen zu kaschieren oder auch mal die Kleidung mutiger zu kombinieren. Aber es sollte sich bitte zurückhalten, wenn die Meinung eben mal nicht gefragt ist.

  1. Simone Wolf

    Amen!

  2. Anna-Maria Tschöke

    Wow, dass ist ja mal ein richtig toller Bericht. Auch ich gehöre zu den Plus Size Frauen und habe Jahre lang versucht abzunehmen, um in die Klamotten für „Normalgrößen“ zu passen. Es ist mir auch ein paar mal gelungen, doch leider nicht für lange Zeit und ich hatte noch mehr Kilos auf den Hüften. Lange Zeit habe ich versucht mich zu verstecken, um bloß nicht auf zu fallen. Aber dann hatte ich Fotos von Tess Holliday und anderen Plus Size Models gesehen und habe erkannt dass es Quatsch ist mich krampfhaft zu verbiegen, um in „Normalgrößen“ zu passen.
    Heute ist es mir gottseidank egal, was andere von mir denken. Ich bin so wie ich bin und dass ist gut so.

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