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Yayoi Kusama, Infinity Mirror Room, courtesy: Ota Fine Arts, Victoria Miro

Retrospektive: A Bouquet of Love I Saw in the Universe – Yayoi Kusama im Gropius Bau

­Yoyoi Kusama ist eine der bedeutendsten japanischen Künstler|innen der Gegenwart. Ab dem 23. April 2021 widmet ihr der Gropius Bau Berlin mit der Yayoi Kusama-Retrospektive eine der bisher komplexesten immersiven Ausstellungen. Es ist eine Übersichtsschau über das Werk der 1929 geborenen Künstlerin. Die Arbeit „A Bouquet of Love I Saw in the Universe“ wurde von Yoyoi Kusama 2021 eigens für den Lichthof des Gropius Bau entworfen. Während der Ausstellung wir der Lichthof in einem Meer aus großformatigen, wogenden Tentakeln versinken.

Yayoi Kusama – Eine Retrospektive

Die Ausstellung erstreckt sich auf rund 3000 Quadratmeter und zeigt fast 300 Werke der letzten 80 Jahre. Sie umfasst Gouachen* auf Papier, Skulpturen, Happenings und Modearbeiten sowie jüngste Gemälde. Außerdem ist ein neuer Infinity Mirror Room zu sehen. Er wird neben einer Rekonstruktion des ersten, 1965 in New York präsentierten Infinity Mirror Room präsentiert.

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Die Ausstellung beinhaltet Archivmaterial sowie acht Ausstellungsrekonstruktionen aus den Jahren 1952 bis 1983. Der Fokus liegt auf Yayoi Kusamas bislang wenig erforschter Aktivität in Europa und hebt den performativen*² Charakter ihres Werkes hervor. Die Selbstinszenierungs- und Partizipationsstrategien ihrer Arbeiten werden von Experten als Vorläufer heutiger Tendenzen der sozialen Medien interpretiert. Im Zentrum Kusamas vielfältiger Arbeiten steht ihr Bestreben, die Rolle der Frau in der Kunst neu zu definieren.
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Die Retrospektive wurde von Stephanie Rosenthal, Direktorin des Gropius Bau, in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin und ihrem Studio in Tokio kuratiert. ­Während der Ausstellung gibt es umfangreiches Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm, das vor Ort und auf gropiusbau.de/kusama zu sehen ist.

Yayoi Kusama: Eine Retrospektive ist vom 23. April bis 1. August 2021 im Gropius Bau zu sehen. Ab November 2021 wird die Ausstellung im Tel Aviv Museum of Art gezeigt.

„Yayoi Kusamas künstlerische Position zeichnet sich durch revolutionäre Interventionen aus, die sowohl von dem Wunsch einer vollkommenen Vereinigung von Körper und Kunstwerk als auch einer Neudefinition der Rolle der Frau in der Kunst getragen werden.“
Stephanie Rosenthal, Direktorin, Gropius Bau

Yayoi Kusamas Werk wurde bereits in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt. 2017 wurde das Yayoi Kusama Museum in Tokio eröffnet.

*) Gouacheartige Farben kennt man aus der Buchmalerei des Mittelalters. Im 15. Jahrhundert entdeckten Künstler diese Technik. Beispielsweise Albrecht Dürer arbeitete für seine Studien und Entwürfe damit. Das Wort Gouache kommt vom italienischen „guazzo“, was so viel bedeutet wie Lache. Der Vorteil dieser Maltechnik: Die Farbe trocknet sehr schnell und dunkle Farben können mühelos mit helleren übermalt werden. Dabei ist der Auftrag pastös. Es können Furchen in der Oberfläche entstehen, die für besondere Strukturen und Effekte genutzt werden.

*²) Performativ steht für eine „Sprachhandlung“, eine Handlung / Tat, die durch das Sprechen geschieht. Ein performativer Sprechakt ist beispielsweise: „Ich taufe dieses Schiff auf den Namen PlusPerfekt.“

Headerfoto: YAYOI KUSAMA, courtesy: Ota Fine Arts, Victoria Miro

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