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Weihnachten: Ein Mädchen mit Nasen-Mund-Maske und Nikolausmütze

4 Tipps, wie Du dieses Weihnachten zu Deinem Weihnachten machst

Weihnachten kann wunderschön, stressig oder auch unendlich traurig sein. Und während viele einen regelrechten Weihnachtscountdown zelebrieren und sich auf Heilig Abend und die Feiertage freuen, zieht sich bei anderen beim „Fest der Liebe“ das Herz zusammen, sie würden nur zu gern darauf verzichten. Doch was tun, wenn du in Zeiten von Covid19 alleine lebst, wenn du deine Freunde nicht sehen darfst, die Verwandten nicht sehen magst, keine Lust auf Weihnachtsstress hast oder dich die Angst vor dem Alleinsein an Weihnachten quält?

Diplom-Psychologin Ilona Bürgel kennt die Antwort. Das sind ihre Tipps, mit denen Du dieses Weihnachten zu Deinem Weihnachten machen kannst.

1. Genieße an Weihnachten, was selbstverständlich ist

Was gibt es Weihnachten bei Dir zu essen? Ich nehme an, etwas besonders leckeres. Genieße es. Schau genau hin, wie gut es Dir geht. Vielleicht hast Du schön dekoriert. Genau in den Farben, die Du magst. Erfreu Dich daran. Du kannst aus dem Vollen schöpfen bei Kerzen, Blumen, so vielem was Dir Freude bereitet. Welche Kleidung trägst Du? Du hast garantiert mehr als eine schicke Jacke oder Bluse zur Auswahl. Zelebriere die Auswahl.

2. Menschen sind Deine größten Schätze

Mir ist noch kein Mensch begegnet, der nicht mindestens einen lieben Freund, Kollegen, Nachbarn oder ein liebes Familienmitglied hat. Das nehmen wir als selbstverständlich und gewöhnen uns daran. Wie viele liebe Menschen gibt es in Deinem Leben? Da ist doch der Kollege, der immer fragt, ob Du mit zum Mittagessen kommst. Die Nachbarin, die kürzlich für Dich Äpfel aus dem Garten mitgebracht hat oder Deine Tante, die nie Deinen Geburtstag vergisst. All diese Menschen sind da, auch wenn Du vielleicht gerade Streit mit den Kindern hast.

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Es ist alles eine Frage des Fokus unserer Aufmerksamkeit. Sehen wir was wir haben oder was wir nicht haben. Das meiste Herzweh produzieren wir durch zu viel grübeln und die Art, wie wir denken. Unser Gehirn tendiert dazu, sich besser zu merken was fehlt oder problematisch ist. Es merkt sich dies nicht nur besser, es wiederholt die Gedanken auch und macht sie im Geist größer und schlimmer als jede Realität ist. Wir sind so damit beschäftigt zu bedauern, dass der beste Freund umgezogen ist oder die Partnersuchanzeige nicht den gewünschten Erfolg gezeigt hat, dass wir das viele Lächeln um uns herum übersehen.

Natürlich kann es sein, dass Deine Freunde oder Kinder zu Weihnachten an einem anderen Ort sind. Dass wochenlang gerungen wurde, es allen mit der Weihnachtsfeier Recht zu machen, bis die Vorfreude verloren gegangen ist. Vielleicht feierst Du heute allein. Doch Du bist nicht allein. Denn irgendwo ist mindestens einer der Menschen, der Dich und den Du magst und der garantiert heute an Dich denkt. Es kommt nicht darauf, an wie viele es sind und wo diese gerade sind, sondern dass es sie gibt.

3. Du bist ein Geschenk

Ich beobachte oft, dass wir Menschen für Andere viel tun weil wir dies zum einen gern tun. Zum anderen weil wir hoffen, das kommt zurück. Kann sein, muss aber nicht. Deshalb ist es so wichtig, dass wir als erstes selbst gut für uns sorgen, uns mit Wohlwollen und Zuneigung begegnen. Du könntest die Feiertage mit einem frohen Blick in den Spiegel und einem „ich habe Dich lieb“ beginnen. Ich weiß schon, dass dies ein bisschen albern scheint. Und doch wird ein so begonnener Tag anders verlaufen. Und mehr noch. Es wird Dir leichter fallen, dies auch zu anderen zu sagen.

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Du darfst gerade heute dankbar sein, dass Du bist, wie Du bist und liebevoller mit Dir umgehen, statt mit diesem oder jenem zu hadern. Für den außerordentlich unwahrscheinlichen Fall, Du hättest vorhin keinen lieben Menschen in Deinem Leben gefunden, würde ich jetzt sagen: Doch, Dich selbst!

4. Dein Motto für Weihnachten: Dich selbst glücklich machen

In der Glücksforschung gibt es einen schönen Satz:

Ob wir Glück haben, können wir nicht beeinflussen, ob wir glücklich sind, schon.

Fang noch im Bett damit an, indem du Dir vorstellst, dass es ein guter Tag für Dich wird. Das, was wir erwarten, erleben wir. Wenn Du schon früh denkst, wie allein, müde oder enttäuscht Du sein wirst, dann wird es genauso kommen. Weil unsere Gedanken wie ein Filter funktionieren und uns nur das wahrnehmen lassen, was dazu passt. Und wir verhalten uns dazu passend. Überlege lieber, was Dir heute richtig gut tun würde und tue es. Egal ob ein Mittagsschlaf oder der Anruf bei einem lieben Menschen, eine besondere Schokolade oder ein Kerzenmeer. Schluss mit der Angst, Du könntest die beste Freundin stören oder das Falsche tun.

Viel Kummer entsteht dadurch, dass wir hoffen, die Dinge, Rituale und Feiertage müssten immer genau nach dem gleichen Muster ablaufen. Nein, müssen sie nicht. Überprüfe doch einmal, wie viele Dinge Du tust, weil sie so sein „müssen“ oder weil es immer so war.

Schreib beim Kaffee trinken zehn Dinge auf, für die Du heute dankbar bist und eine kleine Begründung. Du wirst sofort in eine großartige Stimmung kommen. Am Ende des Tages schreibst Du das für Dich Schönste an diesem Tag auf. Achte auf die scheinbaren Selbstverständlichkeiten, wie mollige Wärme, ein schönes Zuhause, dass es das zu essen gibt, was Du magst und erst recht alles was an Deinem Körper funktioniert, ohne dass Du etwas dazu tun musst. Oder hast Du gerade daran gedacht, zu atmen?

Ohne negative Gedanken gibt es keine negativen Gefühle.

Hör auf, zu vergleichen, wie es mal war, wie es sein könnte. Schau statt dessen, was besser ist, als erwartet, oder tue etwas dafür, dass eine Situation besser wird. Irgend etwas können wir immer tun. Und sei es nur den Rock zu wechseln, wenn der Bund kneift, Musik zu hören wenn uns die Stille zu schaffen macht.

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Selbst wenn es die falschen Geschenke gibt, oder das Essen nicht schmeckt, dann ärger Dich maximal drei Minuten, ansonsten vergeudest Du kostbare Lebenszeit. Stoppe Bewertungen wie „das ist lieblos“ oder „ich werde eben nicht ernst genommen“. Konzentriere Dich auf das, was passt, wie der Weihnachtsbaum oder der Wein.

Das Fest der Liebe können wir an erster Stelle im Umgang mit uns selbst (er)leben. Nimm Dich wichtig, dann bist Du es. Ich wünsche Dir in diesem Sinne frohe Weihnachten,

Deine Ilona Bürgel

Über die Autorin

Die Diplom-Psychologin Ilona Bürgel zählt im deutschsprachigen Raum zu den führenden Vertretern der Positiven Psychologie. Ihre Vision ist es, ein positives Feld zu schaffen, in dem jeder selbst gut für sich sorgt und zu schätzen weiß, was wir sind und haben. Seit 2005 ist sie als Referentin, Coach und Autorin tätig. Sie erhielt 2011 den victress award und wurde 2013 für den Querdenkeraward nominiert. Vom Bundesministerium für Wirtschaft wurde sie als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet. Ilona Bürgel engagiert sich in Netzwerken wie dem VDU, den BPW, FIDAR und leitete das Frauennetzwerk „Forum Erfolgsfrauen“. Sie ist regelmäßig Beraterin für den Rundfunk, im Fernsehen, bei Online- und  Printmedien und Kolumnistin bei Focus-online, Wirtschaftswoche-online und der Sächsischen Zeitung.

Foto: Volodymyr Hrychchenko | Unsplash

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